Interview zu „Eklipse“

 

Roman Schleifer hat für PROC (Perry Rhodan Online Community) ein Interview mit mir geführt, in dem es um »Eklipse« (erschienen am 4. Juni 2019 bei Piper) und noch mehr geht. Ich gebe den Wortlaut des Interviews hier wieder:

Roman Schleifer:
Spiegel-Bestseller-Autor Andreas Brandhorst ist einer der wenigen Autoren, von denen ich jedes Buch verschlinge, so auch sein SF-Werk »Eklipse«. Dankenswerterweise fand der sympathische Deutsche Zeit zu einem Gespräch über das Buch und seine Gedanken zu einem RHODAN-Wälzer aus seiner Feder.

Andreas, »Eklipse« ist eines von drei Büchern (»Das Flüstern« und »Im Netz der Sterne«), die 2019 von dir erscheinen. Hattest du 2018 einen literarischen Kreativschub?

Andreas Brandhorst:
Nein, nicht in dem Sinn. Ich schreibe eher langsam, 3 bis 6 Seiten pro Tag, aber jeden Tag, und auf diese Weise entstehen etwa anderthalb Romane im Jahr. Dass in diesem Jahr gleich 3 neue Romane erscheinen, liegt daran, dass sich die Manuskripte »angestaut« haben, was insbesondere an der Verschiebung von »Das Flüstern« lag. Der Thriller hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr erscheinen sollen, musste aber »Ewiges Leben« (Oktober 2018) Platz machen.

Roman Schleifer:
Eklipse ist ein SF-Roman, dessen Setting auch zum aktuellen RHODAN-Zyklus passen würde: Ein Raumschiff kehrt nach 50 Jahren zur Erde zurück und findet sie verändert vor. Während im RHODAN-Universum gleich die Erde verschwunden ist, ist bei dir »nur« die von den Raumfahrern gewohnte Hochtechnologie verschwunden, die Menschheit massiv dezimiert und auf ein Niveau zurückgefallen, das an den Wilden Westen erinnert. Zusätzlich zu diesem Albtraum für die Raumfahrer befindet sich ein außerirdisches Killerwesen an Bord des Raumers und trachtet den Raumfahrern nach dem Leben.
Was war dein allererster Gedanken, der dich dann letztendlich zu dem Buch geführt hat?

Andreas Brandhorst:
Die Konfrontation mit dem Unbekannten, dem Unvertrauten – darum ging es mir. Ich habe mich gefragt: Wie würden Raumfahrer reagieren, die nach einer langen Reise von den Sternen heimkehren und eine ganze andere Erde vorfinden als die, mit der sie gerechnet haben?

Roman Schleifer:
Du hast Band 3005 zum PR-Zyklus »Mythos Erde« beigetragen. Inwieweit hat dich das beeinflusst?

Andreas Brandhorst:
Ich habe die Arbeit an »Eklipse« unterbrochen, um »Wiege der Menschheit« (PR 3005) zu schreiben, und die Umstellung war groß – ich musste bei PR sehr viel knapper schreiben, hatte weniger Platz für Beschreibungen und Figurenprofil. Das änderte sich dann wieder bei der Rückkehr zu »Eklipse«. Ich glaube nicht, dass ich »beeinflusst« worden bin, aber die Abwechselung fand ich sehr interessant.

Roman Schleifer:
Der Roman spielt einerseits auf der Erde, aber auch auf der EKLIPSE und auf einem Asteroiden. Jetzt nutzt du bei deinen SF-Werken normalerweise die Weite der Galaxis oder gleich jene von Galaxiengruppen. In welchem Setting fühlst du dich wohler? In dem begrenzten der Erde oder in der Weite?

Andreas Brandhorst:
Beides hat seinen Reiz, und außerdem probiere ich immer wieder gern neue Darstellungsformen aus, siehe dazu auch meine Antwort auf die nächste Frage. Ich liebe die große galaktische Bühne mit ihren bunten kosmischen Kulissen, aber ich mag auch planetare Abenteuer, wie zum Beispiel in »Das Arkonadia-Rätsel«.

Roman Schleifer:
Du erzählst die Story aus unterschiedlichen Perspektiven der Raumfahrer. Was waren da deine Überlegungen, den Roman nicht nur aus einer Perspektive zu erzählen?

Andreas Brandhorst:
Ich wollte das Innenleben der einzelnen Besatzungsmitglieder der Eklipse zeigen, auf ihre Besonderheiten eingehen. Und ich fand es reizvoll, das Geschehen jeweils aus ihren individuellen Blickwinkeln zu beschreiben. Daraus ergibt sich ein noch besseres, detaillierteres Gesamtbild.

Roman Schleifer:
Die Raumfahrerin Samantha ist eine der Schlüsselfiguren der Handlung. Was würde sie nachträglich zu den Erlebnissen sagen?

Andreas Brandhorst:
Sie würde sich fragen, ob sie ihrer großen Verantwortung als Koordinatorin gerecht geworden ist, und die Antwort lautet: ja. Damit dürfte sie zufrieden sein, trotz allem. Jeder von uns kann nur sein Bestes tun, und wenn das Beste getan ist, sind (Selbst-) Vorwürfe fehl am Platz.

Roman Schleifer:
Zusätzlich zu den Raumfahrern gibt es Rebecca, die auf der Erde gejagt wird. Erst nach und nach erschließt sich dem Leser, wie die Handlung rund um die Raumfahrer und Rebecca zusammenhängt. Was wäre der wichtigste Rat, den Rebecca Jahrzehnte später ihren Enkeln aufgrund ihrer Erlebnisse weitergeben würde?

Andreas Brandhorst:
Sie würde sagen: »Man darf sich nichts vormachen.«

Roman Schleifer:
Da alle guten Dinge bekanntlich drei sind, darf der »Böse« Marcus nicht fehlen. Wie würde er seinen Enkeln seine Motive erklären? Immerhin überschreitet er einen Grenze, die kein Vater überschreiten sollte …

Andreas Brandhorst:
Marcus würde erklären, dass er eine bessere Welt im Sinn hatte. Die Bösen halten sich selbst nicht für böse. Sie sind oft davon überzeugt, das Richtige zu tun. Marcus würde erklären, das Richtige getan zu haben, gegen Umstände, die mächtiger waren als er.

Roman Schleifer:
Wie in all deinen SF-Werken gibt es eine ausgestorbene, mysteriöse Rasse, deren Hinterlassenschaften in der Gegenwart begehrt sind und sie auch beeinflussen. Was hat es mit diesem Fixpunkt in deinen Werken auf sich?

Andreas Brandhorst:
Es stimmt schon, ich greife gern auf einen solchen »Mythos« zurück, wenn auch nicht in allen meinen Romanen. Das Universum dort draußen ist 13,8 Milliarden Jahre alt. Ich bin davon überzeugt, dass es voller Leben steckt und dass es vor uns andere intelligente Spezies gegeben hat, die in ihrer Entwicklung vielleicht viel viel weiter waren als wir. Wenn wir jemals die Sterne erreichen sollten, werden wir wahrscheinlich ihre Hinterlassenschaften finden. Wer weiß, vielleicht werden wir auch schon viel früher fündig, auf dem Mars oder auf einem der Jupiter- oder Saturnmonde …

Roman Schleifer:
In vielen deiner Werke spielt »Zeit« eine entscheidende Rolle. Was ist das Schlimmste, was die Zeit dir antun könnte?

Andreas Brandhorst:
Zu schnell vergehen.

Roman Schleifer:
Nach »Eklipse« ist im August 2019 »Das Flüstern« veröffentlicht worden, das ein Mystery-Thriller ist. (Interview zu dem Buch folgt in Kürze). In welchem Genre außer SF und Thriller könntest du dir noch vorstellen zu schreiben?

Andreas Brandhorst:
Kleine Korrektur: Ich sehe »Das Flüstern« nicht als Mystery-Thriller, sondern eher als – wenn wir schon eine Subkategorie nennen wollen – Psychothriller. Science Fiction und Thriller im Wechsel zu schreiben, gefällt mir sehr gut. Ein großer zeitgenössischer Roman steht noch auf meiner Wunschliste.

Roman Schleifer:
Du hast für deine Werke mehrere Preise erhalten und warst auf der Spiegel-Bestsellerliste. Was erfüllt dich mit mehr Stolz? Die SF-Preise oder die Spiegel-Bestsellerliste?

Andreas Brandhorst:
Ich bin auf jede Auszeichnung stolz, bedeutet sie doch Anerkennung. Ein Platz auf der SPIEGEL-Bestsellerliste bedeutet zudem kommerziellen Erfolg, was ja auch nicht schaden kann. Ich freue mich über das eine wie das andere.

Roman Schleifer:
Nach deinem Spiegel-Bestseller »Das Erwachen«, in dem du das Erwachen einer Maschinenintelligenz beschreibst, wurdest du zu mehreren Symposien als Redner eingeladen. Wie ist das für dich, wenn du als SF-Autor vor Wissenschaftlern sprichst, die auf dem Gebiet forschen?

Andreas Brandhorst:
Das war und ist hochinteressant. In den vergangenen beiden Jahren habe ich vor Topmanagern der internationalen Industrie gesprochen und an wissenschaftlichen Instituten referiert. Das war immer sehr spannend, auch und vor allem wegen der Gespräche nach den Vorträgen. Dabei konnte ich sehr nützliche Kontakte knüpfen, die mir unter anderem bei den Recherchen für »Das Erwachen 2« hilfreich waren.

Roman Schleifer:
Im Interview im Juli 2019 auf Scifinews.de hast du angedeutet, dass es im Bereich Film bald eine interessante Neuigkeit geben könnte. Ist es schon so weit?

Andreas Brandhorst:
Nein, es hat sich noch nichts Konkretes – will heißen: Unterschriftsreifes – ergeben, aber die Dinge sind in Bewegung.

Roman Schleifer:
Welchen deiner Romane hältst du für einen Film am geeignesten?

Andreas Brandhorst:
Ich würde gern »Das Erwachen« oder »Das Flüstern« auf der großen Leinwand sehen, das käme sicher gut rüber. Und wenn es Science Fiction sein soll: Geschichten wie »Das Schiff«, »Omni« oder »Die Tiefe der Zeit« wären als Film sicher eindrucksvoll. Die Trickaufnahmen sind heute ja kein Problem mehr, das lässt sich mit Computerhilfe ohne große Kosten bewerkstelligen.

Roman Schleifer:
Du hast über zwanzig Romane geschrieben, zwei davon wurden ins Italienische übersetzt. Welcher deiner Romane träfe den Geschmack des englischsprachigen Publikums am besten?

Andreas Brandhorst:
Ich denke, jeder meiner Romane könnte in einer guten englischen Übersetzung für die Leser in der großen, von der englischen Sprache dominierten Welt interessant sein. Das Problem ist: Kaum einer der Verlage in Großbritannien, Australien und in den USA ist bereit, viel Geld in eine solche Übersetzung zu investieren. Aber auch in dieser Beziehung ändert sich bei mir vielleicht etwas in naher Zukunft.

Roman Schleifer:
Ich weiß, du hast ein Buch, in dem du alle Ideen notierst. Welche davon musst du in diesem Leben auf jeden Fall umsetzen?

Andreas Brandhorst:
Es ist kein Buch, sondern eine Datei, ein LibreOffice-Dokument, das inzwischen etwa 150 Seiten umfasst. Es gibt darin nicht die eine große Idee, die ich unbedingt verwirklichen muss – wäre dem so, hätte ich längst einen entsprechenden Roman geschrieben. Fast alle der notierten Ideen eignen sich gut für einen Roman, oft verwende ich mehrere für ein neues Projekt.

Roman Schleifer:
Ein Schwenk zu PERRY RHODAN. Im März 2019 hast du in einem Interview mit Klaus N. Frick gesagt, dass es dich reizt, einen dicken RHODAN-Wälzer zu schreiben. Das Thema hast du dann im Interview Interview mit mir präzisiert. Wie erfolgreich wäre ein RHODAN-Roman im Vergleich zu deinen anderen Büchern? Wie viele SF-Leser, die um RHODAN bislang einen Bogen gemacht haben, würden zu dem Buch greifen?

Andreas Brandhorst:
Schwer zu sagen. Ich glaube, mit einem solchen Roman könnte man sowohl Stammleser von »Perry Rhodan« als auch meine Leser erreichen. Die Zielgruppe wäre also recht groß.

Roman Schleifer:
Dein Gast-Roman in der PR-Erstauflage wurde von den PR-Lesern positiv aufgenommen und es wurden weitere Gastromane und regelmäßige Mitarbeit gewünscht. Wäre das ein Thema für dich?

Andreas Brandhorst:
Eine regelmäßige Mitarbeit, als Stammautor gar, käme gewiss nicht infrage, denn die eigenen Projekte stehen bei mir ganz klar im Mittelpunkt. Ich könnte mir aber vorstellen, gelegentlich einen Beitrag für das Perry-Rhodan-Universum zu leisten.

Roman Schleifer:
Und sagen wir zwei PR-Romane pro Jahr?

Andreas Brandhorst:
Ich habe einen ganzen Monat an der Nr. 3005 geschrieben, und nichts lässt mich glauben, dass ich in Zukunft schneller werden könnte. Zwei Heftromane würden also zwei Monate pro Jahr bedeuten – Zeit, die mir für meine eigenen Romane fehlen würde. Wenn ich von weiteren Beiträgen für das Perry-Rhodan-Universum spreche, so denke ich nicht an Heftromane, die mich zu sehr einschränken, sondern eher an große, von der Haupthandlung unabhängige Romane, die mir mehr Freiheit geben.

Roman Schleifer:
Im Dezember erscheint »Das Netz der Sterne«, in dem ein Raumschiff in eine Region des Universums aufbricht, aus der noch nie jemand zurückgekehrt ist. Tess, die Heldin, fliegt gezwungenermaßen mit, denn sie muss ihre Schulden mit dieser Mission abarbeiten. Was immer mit ihr am Ende des Romans passiert – wie würde sie die Mission mit einem Satz nachträglich zusammenfassen?

Andreas Brandhorst:
Sie würde vielleicht sagen: »Ich habe die schönste Melodie des Universums gehört.« Wer den Roman liest, wird verstehen, was ich meine. – Übrigens wird der Leser in »Das Netz der Sterne« etwas mehr über die »Gloriose« erfahren, die ich in PR-Band Nr. 3005 erwähnt habe.

Roman Schleifer:
Und was ist ihre größte Herausforderung auf dieser Mission gewesen?

Andreas Brandhorst:
Ihre größte Herausforderung besteht darin, das Unbekannte und Fremde verstehen zu lernen.

Roman Schleifer:
Was sagt der Autor zu der Figur? Über welchen Schatten wird sie springen müssen, um die Mission zu bestehen?

Andreas Brandhorst:
Tess muss über sich selbst hinauswachsen. Und sie wird ein großes Opfer bringen müssen, vielleicht das größte, das sie bringen kann.

Roman Schleifer:
Was hast du aus ihrer Reise für dich mitgenommen?

Andreas Brandhorst:
Ich habe eine junge Frau kennengelernt, die ihre Träume für etwas viel Größeres aufgegeben hat. Das verdient meinen Respekt!

Andreas, danke für deine Zeit.

 

 

ET 04.06.2019, ISBN 978-3-492-70511-0, Klappenbroschur, ca. 550 Seiten, Verlag: Piper

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WISSENSCHAFT oder SCHARLATANERIE?

WISSENSCHAFT oder SCHARLATANERIE?

Wir erleben derzeit so etwas wie eine »Entwissenschaftlichung« der Welt. Nichts ist zu grotesk und absurd, um in den sozialen Medien nicht doch Widerhall und Anhänger zu finden. So mangelt es nicht an Menschen, die trotz aller wissenschaftlichen Beweise den von uns verursachten Klimawandel leugnen, die Erde für eine Scheibe halten und davon überzeugt sind, dass die Mondlandung nie stattgefunden hat. Dieser illustren Runde gesellt sich eine andere Gruppe hinzu, die angeblich die Lösung für alle Energieprobleme der Menschheit gefunden hat, durch die Nutzung unbegrenzt zur Verfügung stehender Neutrino-Energie. Von »Neutrinovoltaik« und dergleichen ist die Rede. Harald Lesch erklärt in einem sehr interessanten Video, was da dran bzw. nicht dran ist:

 

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Das Ende ist nah

DAS ENDE IST NAH

Nein, nicht das der Welt, ganz so weit sind wir noch nicht. Aber das Ende des Romans, an dem ich derzeit arbeite und der die Geschichte nach dem »Erwachen« (https://www.piper.de/buecher/das-erwachen-isbn-978-3-492-06080-6) erzählt, ist in Sicht: Ich habe gerade die Manuskriptseite 700 geschrieben und bin beim letzten Kapitel. Doch die Fertigstellung des Textes bedeutet noch kein Ende der Arbeit an dem Roman. In der kommenden Woche beginnt die zweite Phase: die Überarbeitung. Ich kenne da schon einige Stellen, die ich mir noch einmal vornehmen muss …

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Science Fiction für 2020

MARS DISCOVERY für 2020

Zur Zeit arbeite ich noch an dem Thriller, der die Geschichte nach dem »Erwachen« (https://www.piper.de/buecher/das-erwachen-isbn-978-3-492-06080-6) erzählt und voraussichtlich im Herbst 2020 bei Piper erscheinen wird. Gleichzeitig bereite ich den nächsten neuen Science-Fiction-Roman vor, Erscheinungstermin Ende 2020 bei Piper. Mit diesem neuen SF-Roman hat es eine besondere Bewandtnis. Der Arbeitstitel lautet »Mars Discovery« und bietet bereits einen Hinweis. Wer »Das Erwachen« kennt, weiß sicher, worum es geht.

Natürlich kommt vorher noch »Das Netz der Sterne«, in nur zweieinhalb Monaten – Erscheinungstermin 2.12.2019, https://www.piper.de/buecher/das-netz-der-sterne-isbn-978-3-492-70512-7 –, aber der Roman ist längst fertig. 🙂

ET 02.12.2019, ISBN 978-3-492-70512-7, Klappenbroschur, ca. 600 Seiten, Verlag: Piper

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Der menschliche Geist

Der menschliche Geist hat mich immer fasziniert, seine unauslotbaren Tiefen, die vielen Möglichkeiten, die in ihm verborgen liegen, wie Schläfer, die darauf warten, geweckt zu werden. Wozu ist die menschliche Psyche imstande, was kann sie leisten? Wie viel Kraft schlummert in ihr? Welche Fähigkeiten können entdeckt und erschlossen werden? Der Thriller DAS FLÜSTERN gibt Antwort auf diese Fragen. Seit dem 5. August 2019 erhältlich als Print und E-Book bei Piper (https://www.piper.de/buecher/das-fluestern-isbn-978-3-492-06101-8) und als Hörbuch bei Hörbuch Hamburg (https://www.hoerbuch-hamburg.de/hoerbuecher/brandhorst-das-fluestern-4979/).

„Das Flüstern“:
ET 05.08.2019, ISBN 978-3-492-06101-8, Klappenbroschur, 458 Seiten, Verlag: Piper

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OMNI-Neuausgabe als Taschenbuch

NEUAUSGABE als Taschenbuch

Am 2.9.2019 ist OMNI, Gewinner des Kurd-Laßwitz-Preises 2017, als Taschenbuch-Neuausgabe erschienen, und zwar mit einer extra für dieses Taschenbuch geschriebenen Kurzgeschichte aus dem Omniversum: »Die Sterne zählen«. https://www.piper.de/buecher/omni-isbn-978-3-492-70359-8 Worum geht es in »Omni«? Aurelius, vor zehntausend Jahren auf der legendären Erde geboren, ist einer von nur sechs Menschen, die Zugang zu Omni haben, einem Zusammenschluss von Superzivilisationen, der die Macht über die Milchstraße innehat. Nun erhält Aurelius seinen letzten Auftrag: Er soll verhindern, dass ein rätselhaftes Artefakt an Bord des im Hyperraum gestrandeten Raumschiffs Kuritania in falsche Hände gerät. Eine einflussreiche Schattenorganisation ist dem Wrack bereits auf der Spur. Der Agent Forrester und seine Tochter Zinnober sollen den Fund bergen und Aurelius entführen – denn mit seiner Hilfe könnte das Artefakt wieder aktiviert werden. Doch die Mission gerät außer Kontrolle – und Aurelius, Forrester und Zinnober finden sich in einem undurchsichtigen Spiel wieder, das die Zukunft der ganzen Menschheit bedroht …

Erhältlich ab 2.09.2019 als Print, E-Book und Hörbuch
ISBN 978-3-492-28187-4, Taschenbuch, 591 Seiten, Verlag: Piper

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Kostbare STILLE

KOSTBARE STILLE

Wenn man Menschen, die in der Antarktis gewesen sind, nach ihren Erlebnissen fragt, bekommt man oft zu hören, dass sie die dortige Stille sehr beeindruckend fanden. Ich bin nie in der Antarktis gewesen, aber ich glaube zu verstehen, was gemeint ist. Bis vor wenigen Jahren habe ich in Italien gelebt, auf dem Land, und im Sommer (vor allem im August, wenn ganz Italien Urlaub macht) habe ich einige Male magische Momente erlebt: kein Verkehr auf der einen nahen Straße, keine Flugzeuge am Himmel, keine Stimmen in der Nähe, nicht einmal die von Vögeln und Insekten – absolute, vollkommene, herrliche Stille. Ich erinnere mich gut daran, wie sehr ich diese Momente genossen habe, denn sie schienen den eigenen Gedanken mehr Platz zu geben, sie klarer werden zu lassen. Leider waren es immer nur einige wenige Sekunden dieser totalen Stille, die mir ein Gefühl von Frieden gab. Dann sangen die Vögel wieder, die Grillen zirpten, ein Auto fuhr vorbei. Was gäbe ich dafür, wenn man einen solchen Moment festhalten könnte, um ganz in ihn einzutauchen und all die Gedanken zu denken, die von Lärm vertrieben werden.

Die meisten Menschen, scheint mir, fürchten die Stille. Oder sie halten sie für eine Leere, die unbedingt gefüllt werden muss. Wie der Bildhauer neulich in einer Doku: Er pries die Stille in den Bergen und beschrieb sie als ideal, um sich mit seiner Motorsäge an die Arbeit zu machen. Oder wie das Orchester, das die Stille ehrte, indem es sie mit Musik auf einem Berggipfel zerstörte.

Stille öffnet Fenster im Geist, und wenn man hinaussieht, kann man erstaunliche Dinge erkennen. Leider dauert der Ausblick nie lange, denn das kleinste Geräusch genügt, um die Fenster wieder zu schließen. Ich würde mich gern weit hinauslehnen, um den Ausblick zu genießen. Aber sie ist so selten, diese Stille, so kostbar. Viele Menschen kennen sie gar nicht mehr. Und wenn sie ihr begegnen, erschrecken sie, weil ihre eigenen Gedanken plötzlich so laut werden – ein ungewohntes Geräusch, mit dem offenbar nur Wenige fertigwerden.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte: Mehr Stille wäre nicht schlecht. Vielleicht genug, um nicht nur ein Fenster im Geist zu öffnen, sondern auch eine Tür, durch die man hinausgehen kann, um das unentdeckte Land der Stille zu erforschen und Kraft und Kreativität darin zu finden.

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DAS FLÜSTERN ist erschienen

Der neue Thriller, DAS FLÜSTERN, ist erschienen. Erhältlich als Print, E-Book (https://www.piper.de/buecher/das-fluestern-isbn-978-3-492-06101-8) und Hörbuch (https://www.hoerbuch-hamburg.de/hoerbuecher/brandhorst-das-fluestern-4979/).

»Ich beschütze dich. Und ich werde immer bei dir sein …«

Bei einem schweren Verkehrsunfall werden Nikolas‘ Eltern getötet, nur der Junge selbst überlebt. Als habe er einen Schutzengel gehabt, sagen die Menschen. Doch sie ahnen nicht, dass tatsächlich etwas dort ist, eine flüsternde Stimme, die immer wieder zu Nikolas spricht und ihm versichert, dass sie ihn stets beschützen wird. Fortan häufen sich die unheimlichen Ereignisse. Nikolas wird entführt, aber ein Unbekannter bringt die Entführer um. Schließlich gelangt der Junge an ein Institut in der Schweiz, das Experimente mit Kindern durchführt, die besondere Begabungen aufweisen. Dort wollen die Forscher dem Geheimnis des Schutzengels auf die Spur kommen. Doch Nikolas und die junge Sonja setzen alles daran, von diesem furchtbaren Ort zu fliehen. Und lösen damit eine Katastrophe aus …

„Das Flüstern“:
ET 05.08.2019, ISBN 978-3-492-06101-8, Klappenbroschur, 458 Seiten, Verlag: Piper

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Am 5. August

Bald ist es so weit: Am 5. August erscheint DAS FLÜSTERN als Print und E-Book bei Piper (https://www.piper.de/buecher/das-fluestern-isbn-978-3-492-06101-8) und als Hörbuch bei Hörbuch Hamburg (https://www.hoerbuch-hamburg.de/hoerbuecher/brandhorst-das-fluestern-4979/). Dieser Roman spielt eine ganz besondere Rolle für mich …

„Das Flüstern“:
ET 05.08.2019, ISBN 978-3-492-06101-8, Klappenbroschur, ca. 500 Seiten, Verlag: Piper

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Autorenarbeit früher und heute

Schreibmaschine und Computer

Bei der Arbeit an meinen Romanen geschieht es immer wieder, dass ich zahlreiche kleine und größere Änderungen am Text vornehme. Ein Name muss geändert werden, kein Problem: Suchen und Ersetzen, fertig. Hier einige Sätze löschen, dort einige einfügen? Auch kein Problem. Es entstehen keine Lücken, denn der spätere Text rückt wie durch Magie auf. Oder es entstehen Lücken gerade groß genug, um einige zusätzliche Sätze aufzunehmen – der gesamte nachfolgende Text macht Platz dafür. Und wenn es etwas mehr sein darf: Wenige Tastendrücke genügen, um ganze Absätze oder gar Kapitel zu verschieben. Der Text als weiche Knetmasse, der man jederzeit neue Form geben kann, ganz einfach und bequem.

Moderne Textverarbeitungsprogramme sind eine wunderbare Sache für Autoren. Sie nehmen uns viel Arbeit ab und geben uns Werkzeuge in die Hand, mit denen wir eine weitaus bessere Kontrolle über den Text haben, als es bei der Verwendung von elektrischen oder gar mechanischen Schreibmaschinen jemals der Fall war. Die meisten von Ihnen werden Sie gar nicht mehr kennen, aber ich habe vor über 40 Jahren meine ersten Romane mit diesen analogen Monstern geschrieben. Damals musste jeder Tippfehler mühsam per Hand korrigiert werden, was immer wieder Zeit kostete und den Schreibfluss unterbrach. Bei den Luxusmodellen unter den Schreibmaschinen gab es »automatische« Korrekturmöglichkeiten, was bedeutet: Entdeckte man einen Fehler sofort, genügte ein Druck auf die Korrekturtaste, um den falschen schwarzen Buchstaben mit einem weißen zu überdecken, und weg war er, der Fehler. Allerdings nur auf dem Original. Im Durchschlag, angefertigt mit Kohlepapier, existierte er nach wie vor, und bei vielen Tippfehlern wurde die Kopie schnell unleserlich. Änderungen von Sätzen? Man nahm Korrekturflüssigkeit wie Tipp-ex, überpinselte die zu streichenden Stellen mit weißer Farbe, wartete ab, bis sie trocken war, spannte das Blatt in die Schreibmaschine, wobei man die richtige Zeile genau treffen musste, und schrieb neu. Natürlich blieben Lücken, weil der neue Text nie genauso lang war wie der alte, und manchmal, wenn er länger war, schrieb man an den Rand der Seite. Größere Textänderungen? Kapitelumstellungen? Man griff zu Schere und Kleber, schnitt Sätze und Absätze aus und klebte sie in der richtigen Reihenfolge zusammen. Man wusste nicht mehr, ob der Protagonist in einer früheren Szene den Gegenstand genommen hatte, den er jetzt brauchte? Tja, in dem Fall blieb einem nichts anderes übrig, als Dutzende oder gar Hunderte von Seiten Text noch einmal zu lesen, bis man Gewissheit erlangte, denn so etwas wie eine Wortsuche vor und zurück gab es damals nicht.

Von Recherche ganz zu schweigen. In den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts musste man Bibliotheken aufsuchen bzw. Fachbücher kaufen, wenn ein Roman bestimmte Hintergrundinformationen brauchte, die man nicht zur Hand hatte. Heute googelt man entsprechende Suchbegriffe und wird schnell fündig – die größte Bibliothek der Welt ist nur einen Tastendruck entfernt.

Das ist gelebte Science Fiction, oder Magie, wenn Ihnen Fantasy lieber ist.

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