Interview zu EWIGES LEBEN

INTERVIEW

Roman Schleifer hat für die »Perry-Rhodan-Online-Community« ein Interview mit mir geführt (https://www.proc.org/interview-mit-andreas-brandhort-zu-seinem-neuen-buch-ewiges-leben/). Ich gebe den Text hier wieder. Hinweis: „Ewiges Leben“ ist bereits als E-Book erhältlich. Die Buchausgabe und das Hörbuch erscheinen am 2. Oktober 2018 bei Piper.

Roman Schleifer: Andreas, in deinem neuesten Buch beschäftigst du dich mit Gentechnik, der Lebensverlängerung und letztendlich der Unsterblichkeit. Ist da der Wunsch Vater des Gedanken?

Andreas Brandhorst: Vielleicht. Es ist ein Thema, das mich seit vielen Jahren beschäftigt, und zwar jeden Tag. Immer wieder denke ich darüber nach, über unsere Vergänglichkeit, und oft stelle ich mir die Frage: Was wäre, wenn wir ewig leben könnten? Oder zumindest Jahrhunderte, Jahrtausende. Wenn wir Zeit genug hätten, all die Dinge zu tun, die wir gern tun würden. Wie würde sich dadurch unser Denken und Fühlen verändern?

Roman: Wie stehst du persönlich zum Tod?

Andreas: Ich würde gern nicht da sein, wenn er mich besuchen kommt. Im Ernst, ich halte den Tod für eine ungeheure Verschwendung. Da verbringt man das ganze Leben damit, zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und (hoffentlich) klüger zu werden, und dann kommt der Tod und nimmt einem alles weg. Ganz abgesehen davon: Es gibt so viele Dinge, die ich ausprobieren möchte, und die Zeit dafür reicht einfach nicht. Wie ungerecht!

Roman: Ja, da geht es mir ähnlich. *seufz* Du schreibst jedes Jahr ein Buch zu einem neuen Thema. Dein letzter Roman, »Das Erwachen« beschäftigte sich mit Künstlicher Intelligenz. Wie wählst du die Themen deiner Romane?

Andreas: Es kommt immer darauf an, welche Themen mich gerade besonders beschäftigen. Ich habe mich immer sehr für die Wissenschaft interessiert, und die Revolution im Bereich der Biotechnologien, insbesondere die neue Gentechnik CRISPR/Cas9, stach ins Auge. Als ich begann, mich eingehender damit zu beschäftigen, wurde mir schnell klar, dass wir es hier mit einer Sache zu tun haben, die unser aller Leben ebenso nachhaltig verändern könnte wie die Künstliche Intelligenz – die Idee zum Roman »Ewiges Leben« war geboren. Im Thriller, der nächstes Jahr bei Piper erscheint (Oktober 2019), geht es nicht um technische Wissenschaft in der einen oder anderen Form, sondern um den menschlichen Geist – im Mittelpunkt des Romans steht das Leben eines autistischen Jungen. Auch das ist eine hochinteressante Angelegenheit: Autismus und Inselbegabungen. Für Oktober 2020 ist ein Roman geplant, in dem ich Fundamentalismus, Fanatismus, Populismus und Radikalisierung aufs Korn nehme. Ein Blick in die Nachrichten genügt, um zu erkennen, dass es sich um ein sehr aktuelles Thema handelt.

Roman: Liest du dich dann in diese Themen ein oder verfolgst du sie ohnehin?

Andreas: Ich verfolge die Entwicklungen in den Wissenschaften und in unserer Gesellschaft ohnehin mit großem Interesse. Wenn ich etwas entdecke, über das es einen Roman zu schreiben lohnt, beginne ich mit umfangreichen Recherchen.

Roman: Neben all den Überlegungen zu den Themen Gentechnik und Unsterblichkeit ist »Ewiges Leben« zu allererst ja ein Verschwörungsthriller. Worum geht es genau?

Andreas: Diese Frage beantwortet der Klappentext am besten: Die Journalistin Sophia erhält einen scheinbar harmlosen Auftrag: Für den Biotechnologie-Konzern Futuria soll sie ein Porträt für die Firmengeschichte verfassen. Futuria wird wegen seiner Verdienste um die gentechnische Heilung von Krankheiten wie Krebs und der Forschungen auf dem Gebiet der Lebensverlängerung geschätzt. Doch je tiefer Sophia gräbt, desto unheimlicher wird ihr das Unternehmen, dessen Gründer, der legendäre Salomon Leclerq, seit einigen Jahren verschwunden ist. Sie stößt auf Hinweise, dass Futuria den genetischen Schlüssel für die Unsterblichkeit gefunden hat. Doch hinter der Verheißung von ewigem Leben verbirgt sich ein düsteres Geheimnis, ein großangelegter Plan, den das Unternehmen verfolgt. Gemeinsam mit dem abtrünnigen Casper muss Sophia alles daransetzen, den Plan zu vereiteln. Denn Futuria hat nicht vor, sein Wissen nur zum Wohle der Menschheit einzusetzen …

Es geht darum, wie sich unser Leben und unsere Gesellschaft verändern werden, wenn wir tatsächlich die Möglichkeit bekommen, unsterblich zu werden. Um nur ein kleines Beispiel zu nennen: Unser Rentenversicherungssystem können wir vergessen. Es würde schnell kollabieren. Und was ist mit den natürlichen Ressourcen unseres Planeten, wenn niemand mehr stirbt, aber weiterhin Menschen geboren werden? Auch darum geht es in »Ewiges Leben«. Wer weiß, was der neue Global Player, der Biotechnologie-Riese Futuria, plant, um all diese Probleme zu lösen …

Und überhaupt: Wie würden die Kirchen unserer Welt mit ihrem Monopol auf den menschlichen Tod (darauf basiert maßgeblich ihre Macht) reagieren, wenn die Menschen ewig leben können, ohne jemals zu sterben und Rechenschaft für ihre Sünden ablegen zu müssen?

Roman: Ja, deine Überlegungen im Buch – Was macht die katholische Kirche, wenn die Menschen schon im Hier und Jetzt unsterblich wären und sie nicht mehr auf das Paradies warten müssen – sind sehr interessant. Das ist ein faszinierendes Thema, über das ich mir durch dein Buch zum ersten Mal Gedanken gemacht habe. Eine sehr coole Idee.

Wo ich auch nachdenklich wurde, war der Plan, den das Biotechnologie-Unternehmen Futuria in deinem Buch verfolgt. Schließlich entspringt das ja alles deinem Geist. Da bin ich dann doch froh, dass du bei deiner Kreativität keinen so mächtigen Konzern leitest … ähem.

Andreas: In den vergangenen Monaten bin ich bei meinen Vorträgen über Künstliche Intelligenz oft Managern großer Unternehmen begegnet und habe dabei Einblick in ihre Denkweise gewonnen. Ich möchte nicht mit ihnen tauschen. Es ist wie mit allen Menschen, die Macht haben: Manche gehen gut damit um, andere weniger. Meiner Ansicht nach sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen, nicht Umsatz und Profit. Ich würde wahrscheinlich nicht lange Konzernchef bleiben, wenn deutlich wird, dass mir Gewinnmargen weniger bedeuten als menschliche Schicksale.

Roman: Apropos Futuria: In »Ewiges Leben« geht es um die Journalistin Sophia Marchetti und ihren Kollegen Borris, die den Auftrag erhalten, über das Firmenjubiläum des Biotechnologie-Konzerns Futuria zu berichten. Erzähl uns mehr darüber.

Andreas: Futuria ist die neue Nummer 1 unter den Global Playern und gilt als Wohltäter der Menschheit. Mit der neuen Gentechnik CRISPR/Cas9 (https://www.spektrum.de/wissen/wie-funktioniert-crispr-cas9/1441060 oder auch https://www.wissensschau.de/genom/crispr_forschung_medizin.php) hat Futuria viele Erbkrankheiten und sogar den Krebs besiegt. Jetzt steht sogar die Unsterblichkeit des Menschen in Aussicht. Als Sophia, die selbst an einer Erbkrankheit gelitten hat, mit ihren Recherchen beginnt, trifft sie einen geheimnisvollen Mann, der sich Casper nennt und sie vor Futuria warnt. Sophia ist entschlossen, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, und damit löst sie eine Ereigniskette aus, die die ganze Welt verändert … Mehr sei hier nicht verraten. Übrigens: Auch der Papst zählt zu den Protagonisten von »Ewiges Leben«. Die katholische Kirche und alle großen Religionen stehen vor einer Zerreißprobe. Sollen sie das ewige Leben für den Menschen gutheißen oder nicht? Wenn die Menschen unsterblich werden, so die Befürchtung, verlieren Religionen an Bedeutung und damit an Macht.

Roman: Künstliche Intelligenz spielt ebenfalls eine interessante Rolle.

Andreas: Stimmt. Futuria bietet zwei Arten von Unsterblichkeit: eine physische und eine psychische. Menschen können durch eine gentechnische Behandlung biologisch unsterblich werden oder ihr Bewusstsein in die virtuellen Welten von Eden transferieren, mit der Möglichkeit, das Leben zu führen, das sie sich immer gewünscht haben, in jeder beliebigen Rolle, die sie auch wechseln können. Eine Künstliche Intelligenz verwaltet die virtuelle Realität von Eden. Die Frage lautet: Wofür würden sich die Menschen entscheiden, wenn sie die Wahl hätten? Für ein ewiges Leben in dem Körper, den sie kennen, in unserer Welt? Oder in Körpern, die sie wechseln können, als König, Ritter oder Raumfahrer in virtuellen Welten, die für ihre Sinne nicht von der Realität unterscheidbar sind? Hat es einen Sinn, zwischen »realer« und »virtueller« Realität zu unterscheiden, wenn die menschliche Wahrnehmung keinen Unterschied mehr feststellen kann?

Roman: Glaubst du, dass wir eines Tages unsterblich werden können? Und wäre das wünschenswert?

Andreas: Es gibt keinen zwingenden biologischen Grund, warum der Mensch nicht unsterblich sein sollte. Der Tod ist eine Art Motor der Evolution – neue Generationen, ausgestattet mit geringfügig mutierten Genen, lösen die alten ab, und die besseren (=überlebensfähigeren) Lebensformen setzen sich durch. Die neue Gentechnik gibt uns Werkzeuge in die Hand, mit der wir unsere genetische Struktur gezielt verändern und unsere Evolution selbst bestimmen können. Ja, ich denke, biologische Unsterblichkeit bzw. extreme Langlebigkeit wird möglich sein. Ob das wünschenswert ist, muss jeder Einzelne von uns selbst entscheiden. Ich würde mich sehr über die Möglichkeit freuen, ewig zu leben – dann hätte ich Zeit genug, all die Bücher zu schreiben, die ich gern schreiben würde. Aber man bedenke auch die massiven sozialen Folgen von Unsterblichkeit. Wir würden von heute auf morgen in einer völlig anderen Gesellschaft leben. Und man bedenke die Folgen für den Planeten Erde, wenn keine Menschen mehr sterben, wenn ihre Zahl rasant wächst …

Roman: Viele deiner Bücher wurden mit dem Deutschen-Science Fiction-Preis (DSFP)und dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet. Wie gehst du mit diesen Ehrungen um?

Andreas: Ich freue mich darüber. 🙂

Roman: Ich drück dir die Daumen, dass auch Ewiges Leben eine Auszeichnung erhält. Verdient hätte es das Buch.

Andreas:  Jede Auszeichnung ist willkommen! 🙂

Roman: Man kann dich ja auch live erleben – wo bist du demnächst?

Andreas: Am 6. Oktober bin ich im ostfriesischen Leer, siehe hier: Lesung in Leer  Bei der Gelegenheit stelle ich übrigens »Ewiges Leben« vor und lese aus dem Roman. Eine Woche später folgt die Buchmesse in Frankfurt, wo ich ebenfalls zugegen sein werde, am Freitag und am Samstag.

Roman: Wie ist das Bad in der Menge für dich?

Andreas: Der Kontakt mit den Lesern ist mir sehr wichtig. Ich finde es immer wieder interessant und spannend zu erfahren, wie meine Romane aufgenommen werden, wie einzelne Szenen auf den Leser wirken.

Roman: Was liest du eigentlich selbst? Was sind deine Lieblingsautoren?

Andreas: Ich lese natürlich auch SF, aber vor allem zeitgenössische Literatur, zum Beispiel Nina George, die ich sehr schätze (Das Lavendelzimmer, Das Traumbuch, Schönheit der Nacht), Benedict Wells (Vom Ende der Einsamkeit), Robert Seethaler (Ein ganzes Leben), Margaret Mazzantini (Das schönste Wort der Welt, Geh nicht fort, Herrlichkeit), Marlen Haushofer (Die Wand) oder Marie-Sabine Roger (u.a. Der Poet der kleinen Dinge). Ich mag insbesondere Bücher über das Leben.

Roman: Noch kurz zu PERRY RHODAN: Wie groß ist die Chance, dass wir nach den zwei Taschenbüchern, die du für RHODAN geschrieben hast, einen Gastroman in der Erstauflage lesen dürfen?

Andreas: Wer weiß? Vielleicht tut sich da bald was …

Roman: Nun, ich gebe die Hoffnung nicht auf. 🙂 Andreas, danke für deine Zeit.

Andreas: Danke für das Interview.

 

EWIGES LEBEN

ET 02.10.2018, ISBN 978-3-492-06133-9, Klappenbroschur, ca. 700 Seiten, Verlag: Piper

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Das HÖRBUCH ist fertig

Das HÖRBUCH ist fertig

Gestern lag das Hörbuch von »Ewiges Leben« in meinem Briefkasten. Es wird zusammen mit der Print-Ausgabe am 2. Oktober im Hörbuch Hamburg Verlag erscheinen – Sprecher ist wieder der von mir sehr geschätzte Richard Barenberg. Das E-Book ist als eFirst bereits erhältlich: Ewiges Leben

ET 02.10.2018, ISBN 978-3-492-06133-9, Klappenbroschur, 704 Seiten, Verlag: Piper

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EWIGES LEBEN ist ERSCHIENEN

EWIGES LEBEN ist ERSCHIENEN

Als E-Book ist der Thriller »Ewiges Leben« bereits erschienen. Print-Ausgabe und Hörbuch folgen am 2. Oktober: (https://www.piper.de/buecher/ewiges-leben-isbn-978-3-492-06133-9). Zum Inhalt: Die Journalistin Sophia erhält einen scheinbar harmlosen Auftrag: Für den Biotechnologie-Konzern Futuria soll sie ein Porträt für die Firmengeschichte verfassen. Futuria wird wegen seiner Verdienste um die gentechnische Heilung von Krankheiten wie Krebs und der Forschungen auf dem Gebiet der Lebensverlängerung geschätzt. Doch je tiefer Sophia gräbt, desto unheimlicher wird ihr das Unternehmen, dessen Gründer, der legendäre Salomon Leclerq, seit einigen Jahren verschwunden ist. Sie stößt auf Hinweise, dass Futuria den genetischen Schlüssel für die Unsterblichkeit gefunden hat. Doch hinter der Verheißung von ewigem Leben verbirgt sich ein düsteres Geheimnis, ein großangelegter Plan, den das Unternehmen verfolgt. Gemeinsam mit dem abtrünnigen Casper muss Sophia alles daransetzen, den Plan zu vereiteln. Denn Futuria hat nicht vor, sein Wissen nur zum Wohle der Menschheit einzusetzen …

 
ET 02.10.2018, ISBN 978-3-492-06133-9, Klappenbroschur, ca. 700 Seiten, Verlag: Piper

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UNSTERBLICHKEIT

UNSTERBLICHKEIT

Stellen Sie sich vor, Sie könnten ewig leben. Ohne zu altern, ohne krank zu werden. Was würde das für Ihr Leben bedeuten? Wie würden Sie denken und fühlen? Wie sähen die Folgen für unsere Gesellschaft aus, wenn die Menschen nicht mehr sterben, wenn sie Jahrhunderte und Jahrtausende alt werden? Und was würde der Sieg über den Tod für die Religionen bedeuten? Was hielten der Papst und die katholische Kirche davon, wenn niemand mehr stirbt und im Jenseits für seine Sünden Rechenschaft ablegen muss? Auf all diese Fragen gibt es in wenigen Wochen Antwort: Am 2. Oktober 2018 erscheint »Ewiges Leben« im Piper Verlag.

Update: Die E-Book-Version des Romans erscheint bereits am Dienstag, 4. September. Die Print-Ausgabe und das Hörbuch folgen wie vorgesehen und angekündigt am 2. Oktober 2018.

ET 02.10.2018, ISBN 978-3-492-06133-9, Klappenbroschur, ca. 700 Seiten, Verlag: Piper

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Die Kantaki-Hörbücher erscheinen früher

Eine gute Nachricht für alle, die sich Bücher gern anhören: Die neu produzierten Hörbücher meiner 6 Kantaki-Romane erscheinen bei Audible früher als ursprünglich geplant. »Diamant«, »Der Metamorph« und »Der Zeitkrieg« sind bereits erhältlich, und die anderen drei Hörbücher erscheinen: »Feuervögel« am 06.09.2018, »Feuerstürme« am 25.10.2018 und »Feuerträume« am 22.11.2018. Sprecher ist Richard Barenberg, wie auch bei meinen anderen bei Piper erschienenen Roman. Übrigens spricht Richard Barenberg auch meinen Thriller »Ewiges Leben« (02.10.2018 bei Piper) und den Science-Fiction-Roman, an dem ich derzeit arbeite, »Eklipse« (erscheint im Juni 2019 bei Piper). Viel Spaß beim Hören!

 

Zwei weitere interessante Termine

 

Es gibt zwei weitere interessante Einträge in meinem Terminkalender, und dabei geht es wieder um KI. Am 21.8.2018 halte ich in Warnemünde/Rostock (Yachthafenresidenz Hohe Düne) einen Vortrag über Chancen und Gefahren von Künstlicher Intelligenz. Veranstalter ist die Finanz Informatik (IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe, verwaltet ca. 120 Millionen Konten), und ich spreche vor den Teilnehmern der Klausurtagung des Anwendungsplanungsausschusses APA. Am 14.11.2018 nehme ich in Köln (Institut der deutschen Wirtschaft) an einem ganztägigen Workshop des Roman-Herzog-Instituts teil. Das RHI ist ein interdisziplinärer Think Tank, und wir werden über Gesellschaft und Arbeit von morgen sprechen. Ich bin gespannt!

 

Letzte Korrekturen

Letzte KORREKTUREN

»Ewiges Leben« – mein nächster großer Thriller, der am 2. Oktober 2018 bei Piper erscheint – ist seit Anfang Mai fertig geschrieben, was aber nicht mit der Fertigstellung des Romans zu verwechseln ist. Ich habe das Manuskript wochenlang überarbeitet, der Redakteur hat es redigiert, und ich habe die redigierte Version noch einmal überarbeitet. Dann ging der Roman zum Korrektor im Verlag, und die korrigierte Version habe ich dann abermals überarbeitet. Genug der Vorbereitungen für den Druck? Nein. Nach Überarbeitung und Korrektur der korrigierten Version liegt mir derzeit der Umbruch vor, der letzte Schritt vor dem Druck. Ich gehe noch einmal den gesamten Text durch und finde tatsächlich noch den einen oder anderen Fehler. Bis zum fertigen Buch dauert es jetzt nicht mehr lange, und trotz der aufwendigen Überarbeitungen, Korrekturen und Kontrollen wird es auch im Buch noch den einen oder anderen (Druck-)Fehler geben. Aber ohne Lektorat, Redaktion Korrektorat und den Autor, der den Text immer wieder durchsieht, wären es viel mehr.

ET 02.10.2018, ISBN 978-3-492-06133-9, Klappenbroschur, ca. 700 Seiten, Verlag: Piper

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Woher kommen die Ideen?

WOHER kommen die IDEEN?

Es ist wohl eine der häufigsten Fragen, die ein Autor bei Lesungen und ähnlichen Anlässen zu hören bekommt: »Woher nehmen Sie eigentlich Ihre Ideen?« Manche Leute scheinen so etwas wie eine geheime Quelle zu vermuten, die ein Autor anzapfen kann, vielleicht mit einer Art zusätzlichem Sinn. Oder sie erhoffen sich Aufschluss über ein magisches Ritual zur Beschwörung von Kreativität. Terry Pratchett sprach in diesem Zusammenhang von »Ideenquanten«, die durch den »kreativen Äther« fliegen und irgendwann irgendwo auf ein empfangsbereites Gehirn treffen, um sich dort zu einer Geschichte zu entfalten. Die Wahrheit ist gar nicht so weit davon entfernt. Wir sind von endlos vielen guten Ideen umgeben, doch ihr Erkennen erfordert eine besondere Denkweise: Man muss in Geschichten denken und sich immer wieder die Frage stellen: »Was wäre, wenn …?«

Bei meiner Arbeitsweise unterscheide ich zwischen zwei grundsätzlichen Arten von Ideen. Sie beziehen sich auf »Personen« und »Dinge und Situationen«. Ich stelle mir Personen vor, die sich mit Problemen konfrontiert sehen (Konflikt!), und frage mich: Wie kam es dazu, und wie geht es weiter? Daraus entwickelt sich eine Geschichte mit immer mehr Details. Oder ich stelle ein »Ding« in den Mittelpunkt, ein Objekt oder eine besondere Situation, und überlege mir, wie Personen darauf reagieren könnten und wie sich die Situation aufgrund der Wechselwirkungen mit den Personen verändert.

Das ist oft der Anfang für mich: eine einzelne Szene, die nicht unbedingt am Anfang des Romans steht, sondern auch in der Mitte oder am Ende platziert sein kann. Sie bildet die Grundlage für wochen- oder monatelange Entwicklungsarbeit, bis schließlich das Konzept fertig ist und die wichtigsten Fragen beantwortet sind, nämlich »Was geschieht wann und wo?« und »Wie sind die Personen an dem Geschehen beteiligt?«

Nicht die Idee ist der schwierige Teil eines Romans, sondern ihre Ausarbeitung zu einer vollständigen, plausiblen Geschichte. Diese harte kreative Arbeit kann viel, viel Zeit in Anspruch nehmen. Obwohl … es gibt Ausnahmen. Ein einziges Mal in gut vier Jahrzehnten als Autor bin ich morgens (zu der Zeit wohnte ich noch in Italien) mit einem kompletten Roman im Kopf aufgewacht, nicht nur mit dem Saatkorn einer Idee – da muss mein empfangsbereites Gehirn gleich mehrere Ideenquanten eingefangen haben. Das Ergebnis dieses einmaligen Zwischenfalls war »Die Stadt«, erschienen 2011 bei Heyne.

 

Gibt es noch neue Geschichten?

Gibt es noch neue Geschichten?

Manchmal werde ich bei Gesprächen mit Lesern gefragt, ob es überhaupt noch neue Geschichten gibt. Eine Antwort lautet: In einem unendlichen Universum gibt es unendlich viele Geschichten. Eine andere Antwort, die mir besser gefällt, lautet so: Geschichten drehen sich um Menschen, ihre Hoffnungen und Wünsche, ihre Ängste und Sorgen, ihre Sehnsüchte und Träume, ihre Konflikte – ihr Leben. Jeder Mensch ist einzigartig und voller Geschichten, wie nur er sie erzählen kann. Solange Menschen geboren werden, wird es neue Geschichten geben.

Die nächsten Projekte

Die nächsten Projekte

Im Mai habe ich den nächsten großen Thriller fertiggestellt, »Ewiges Leben«, 2. Oktober 2018 bei Piper (https://www.piper.de/buecher/ewiges-leben-isbn-978-3-492-06133-9), und inzwischen arbeite ich an einem Science-Fiction-Abenteuer mit dem Titel »Eklipse«. Darin geht es, so viel sei verraten, um ein Raumschiff, das mit gestohlener Alien-Technologie heimkehrt und eine völlig veränderte Erde vorfindet. Ums Titelbild kümmert sich der von mir sehr geschätzte Arndt Drechsler. Wie geht es weiter? Was können meine Leser in den kommenden zwei, drei Jahren von mir erwarten?

»Eklipse« erscheint im Juni 2019, und im Oktober 2019 bringt Piper meinen dritten Thriller mit dem Titel »Schutzengel«, in dem es zur Abwechselung nicht um neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (»Das Erwachen«) und Gentechnik (»Ewiges Leben«) geht, sondern um die menschliche Psyche. Voraussichtlich im Frühjahr 2020 erscheint dann wieder ein neuer Science-Fiction-Roman, Arbeitstitel »Gesänge von Unendlichkeit«, und für den Herbst 2020 ist mein vierter großer Thriller vorgesehen – derzeit bin ich dabei, ein Konzept zu erstellen. Für das Frühjahr 2021 ist ein weiterer SF-Roman geplant, derzeitiger Arbeitstitel »Die Friedensbringer«. Ein kleiner Hinweis: Die drei genannten Science-Fiction-Romane sind Einzelromane, nicht Teil irgendeiner Reihe oder Serie.

Abgesehen von diesen Neuerscheinungen wird es Taschenbuch-Nachdrucke von Romanen geben, die bei Heyne und Piper erschienen sind. Den Anfang macht im November 2018 bei Piper die Tb-Ausgabe des Spiegel-Bestsellers »Das Erwachen«. Ebenfalls bei Piper folgen im Januar 2019 »Seelenfänger« (ursprünglich erschienen 2012 bei Heyne) und im Herbst 2019 das Taschenbuch von »Omni«, mit einer zusätzlichen Kurzgeschichte aus dem Omniversum. Heyne bringt im November 2018 »Der letzte Regent« (2013) neu heraus.

Übrigens: Im Frühjahr 2019 wird es für meine Leser vielleicht noch eine besondere Überraschung geben. Dazu in einigen Wochen mehr.