HÖRBÜCHER und ein EXPERIMENT

HÖRBÜCHER und ein EXPERIMENT

Sie finden immer mehr Freunde: Bücher, die nicht gedruckt sind, sondern gesprochen werden. Während der Markt für Print-Ausgaben weiter schrumpft, wird der für Hörbücher immer größer. Man könnte von einem rasanten Wachstum sprechen, was zeigt: Die Menschen haben nicht die Freude an gut erzählten Geschichten verloren. Im kommenden Jahr 2020 erwartet mich ein großes neues Projekt, ein Experiment, an dem gleich zwei Verlage beteiligt sind. Natürlich geht es dabei um Hörbücher, aber nicht nur. Ich habe mir gedacht: Wie wäre es, wenn wir die verschiedenen Medien auf eine neue Art miteinander verbinden, um eine große Geschichte zu erzählen? Die Verträge sind unterschrieben, die Vorbereitungen haben begonnen, in wenigen Wochen geht es los. Den Arbeitstitel des Projekts kann ich bereits verraten, er lautet: SCHLAFLOS.

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Das Netz der Sterne

DAS NETZ DER STERNE
Ab sofort erhältlich als Print, E-Book und Hörbuch.

Ein großes kosmisches Abenteuer beginnt:

Die junge Tess Velazca ist eine begnadete Sängerin und wünscht sich nichts mehr, als an der Musikakademie des Planeten Harmonie zu studieren. Doch ihre Familie ist hoch verschuldet und Tess’ Schwester Anita, die sich verpflichtet hatte, die Schulden abzuarbeiten, ist abtrünnig geworden und verschwunden. Es bleibt Tess nichts anderes übrig, als Anitas Platz bei Interkosmika einzunehmen, einem Konzern, der die interstellaren Reisen zwischen den Sternen kontrolliert. Um das Vergehen ihrer Schwester zu begleichen, entscheidet sich Tess für die gefährlichste Arbeit: Als Kartografin will sie viele Lichtjahre weit ins Unbekannte vorstoßen, um für Interkosmika fremde Regionen zu erkunden. Doch für viele Kartografen ist es eine Reise ohne Wiederkehr …

ET 02.12.2019, ISBN 978-3-492-70512-7, Klappenbroschur, ca. 600 Seiten, Verlag: Piper

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Die Welt im Umbruch: 2020

DIE WELT IM UMBRUCH

Herausgegeben vom Roman Herzog Institut unter der Leitung von Prof. Randolf Rodenstock und erschienen bei Haufe (https://shop.haufe.de/prod/2020): »2020« ist ein sehr interessantes Buch, und nicht nur deshalb, weil es einen Artikel von mir enthält 🙂 : »Ein galaktischer Aussichtsturm«. Das Buch beschreibt die technologischen und sozialen Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft steht, und es wirft auch einen Blick in die Zukunft: Wie könnte unsere Welt in 200 Jahren beschaffen sein?

ISBN 978-3-648-13565-5, Gebunden, 240 Seiten, Verlag: Haufe

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Neuausgabe EWIGES LEBEN

Neuausgabe von EWIGES LEBEN als Taschenbuch

Am 3. Februar 2020 erscheint »Ewiges Leben« (Paperback: Oktober 2018) neu als Taschenbuch bei Piper: https://www.piper.de/buecher/ewiges-leben-isbn-978-3-492-06133-9. In dem Roman geht es um die Gentechnik Crispr/Cas und die »ungeheuren« Möglichkeiten, die sie bietet: von der Behandlung genetisch bedingter Erbkrankheiten bis hin zum Sieg über Alter und Tod. Dass dieses Thema aktueller denn je ist, zeigen die teilweise sehr heftig geführten Diskussionen in Wissenschaftskreisen, die zunehmend ein Echo in der Öffentlichkeit finden, zum Beispiel hier:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/crispr-doku-human-nature-wir-muessen-ueber-gen-manipulation-reden-a-1295779.html

https://www.zeit.de/kultur/film/2019-10/human-nature-crispr-revolution-gentechnik-film

ET 03.02.2020, ISBN 978-3492314848, Taschenbuch, ca. 700 Seiten, Verlag: Piper

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DAS NETZ DER STERNE

DAS NETZ DER STERNE

Der Roman erscheint am 2. Dezember 2019 als Print, E-Book und Hörbuch, wieder gelesen von Richard Barenberg. Ein Hörbuch ist schon da – Belegexemplar für den Autor. 🙂

Ein wahrhaft kosmisches Abenteuer beginnt.
Die junge Tess Velazca ist eine begnadete Sängerin und wünscht sich nichts mehr, als an der Musikakademie des Planeten Harmonie zu studieren. Doch ihre Familie ist hoch verschuldet und Tess’ Schwester Anita, die sich verpflichtet hatte, die Schulden abzuarbeiten, ist abtrünnig geworden und verschwunden. Es bleibt Tess nichts anderes übrig, als Anitas Platz bei Interkosmika einzunehmen, einem Konzern, der die interstellaren Reisen zwischen den Sternen kontrolliert. Um das Vergehen ihrer Schwester zu begleichen, entscheidet sich Tess für die gefährlichste Arbeit: Als Kartografin will sie viele Lichtjahre weit ins Unbekannte vorstoßen, um für Interkosmika fremde Regionen zu erkunden. Doch für viele Kartografen ist es eine Reise ohne Wiederkehr …
https://www.piper.de/buecher/das-netz-der-sterne-isbn-978-3-492-70512-7

ET 02.12.2019, ISBN 978-3-492-70512-7, Klappenbroschur, ca. 600 Seiten, Verlag: Piper

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KANTAKI

KANTAKI-Neuigkeiten!

Die Kantaki und ihre menschlichen Piloten, unter ihnen Diamant, sind wieder unterwegs. Am 06.04.2020 erscheinen die ersten 3 Kantaki-Romane (die »Diamant-Trilogie, siehe oben unter „Das Kantaki-Universum“) bei Piper in einem Band, mit insgesamt 1776 Seiten.

ET 06.04.2020, ISBN: 978-3492705912, Klappenbroschur, 1776 Seiten, Verlag: Piper

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Mars Discovery

MARS DISCOVERY

Die ersten Zeilen des neuen Science-Fiction-Romans sind geschrieben. Erscheinen wird er voraussichtlich im Dezember 2020 bei Piper, und erzählt wird die Geschichte des Raumschiffs »Mars Discovery« und seiner Crew. Wer »Das Erwachen« kennt, hat bereits den einen oder anderen kurzen Einblick in diese Geschichte gewonnen (in Form von einigen kurzen »Streiflichtern«). Der Mars, so viel sei verraten, ist nur die erste Etappe einer langen Reise durch Zeit und Raum, denn es wird natürlich wieder sehr kosmisch …

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Interview zu „Das Flüstern“

Hier ein weiteres Interview, das Roman Schleifer für PROC (Perry Rhodan Online Community) mit mir geführt hat. Es geht darin um den Thriller „Das Flüstern“, erschienen am 5. August 2019 bei Piper, um „Das Netz der Sterne“ (erscheint am 2. Dezember bei Piper) und um den Roman, mit dem ich gerade fertig geworden bin und der die Geschichte nach „Das Erwachen“ erzählt.

Roman Schleifer:
Seit dem ersten Kantaki-Roman »Diamant« aus dem Jahr 2003 verschlinge ich die Bücher von Andreas Brandhorst. Seit sechzehn Jahre füllen seine Bücher daher einen eigenen Abschnitt in meiner Bibliothek. Zusätzlich bringen mich seine Werke regelmäßig ins Grübeln, wie zuletzt das Buch »Das Flüstern«. Einer jahrelangen Tradition zwischen uns folgend nimmt er sich Zeit für ein Gespräch über »Das Flüstern« und seine kommenden Werke »Im Netz der Sterne« und »Das Erwachen II«. Und er erklärt seinen Bezug zur kontrollierten Schizophrenie.

Andreas, der Hauptheld im Buch »Das Flüstern« ist Nikolas, der am Asperger-Syndrom leidet und eine mathematische Inselbegabung hat, sprich Autist ist. Ich bin sicher, du beeinspruchst in deiner Antwort, dass Nikolas »leidet«.

Andreas Brandhorst:
Da hast du völlig recht – Nikolas ist nicht krank, sondern anders. Übrigens steht nicht fest, dass er ein »Aspi« ist, wie sie manchmal genannt werden. An einer Stelle heißt es im Roman, dass es sich zumindest nicht um die klassische Form des Asperger-Syndroms handelt. Bei meinen Recherchen zu »Das Flüstern« habe ich festgestellt: Glücklicherweise findet auch in Deutschland ein Umdenken statt. Autismus galt bis vor wenigen Jahren noch als Krankheit, wird aber zunehmend als ein »Zustand« begriffen, was der Realität viel näher kommt. Autisten »funktionieren« anders.

Roman Schleifer:
Die meisten Ärzte würden dir vermutlich widersprechen, immerhin findet sich das Asperger-Syndrom im icd10, der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, also die amtliche Diagnosenklassifikation der WHO (https://www.icd-code.de/suche/icd/code/F84.-.html?sp=SAsperger). Findest du die Einstufung als Krankheit arrogant, weil wir, die (vermeintlich) »normalen« uns dadurch erhöhen?

Andreas Brandhorst:
Die falsche Einstufung von Autismus als Krankheit macht es (scheinbar) einfacher: Man verschreibt Tabletten, und damit hat sich die Sache. Viele der eingesetzten Medikamente sind Psychopharmaka, die es in sich haben, und letztendlich dienen sie der Dämpfung, Linderung oder Neutralisierung von Symptomen – das Verhalten des »Kranken« soll unauffälliger werden, leichter zu handhaben. Dabei wird übersehen, dass Autismus ein großes Potenzial hat. So sind zum Beispiel im IT-Bereich viele Programmierer Autisten, weil sie mit Mathematik und strukturierten Sprachen gut zurechtkommen.

Roman Schleifer:
An den PR-Tagen in Osnabrück hast du gesagt, das Thema des Buches ist für dich sehr persönlich: Wie bist du zu dem Thema gekommen? Wer hat dich sensibilisiert?

Andreas Brandhorst:
Das Thema liegt mir schon seit vielen Jahren am Herzen und ist so persönlicher Natur, dass ich an dieser Stelle nicht mehr dazu sagen möchte.

Roman Schleifer:
Du bist als Schriftsteller ja eigentlich auch nicht »normal«, immerhin steckst du während der Konzeption und beim Schreiben zeitgleich in mehreren Persönlichkeiten …

Andreas Brandhorst:
Ich nenne so etwas manchmal »kontrollierte Schizophrenie«. Je besser es einem als Autor gelingt, sich in die Figuren hineinzudenken, je tiefer man in ihre Psyche vordringt, desto plausibler und authentischer wird der Roman.

Roman Schleifer:
Hast du manchmal Angst, dass die literarischen Charaktere auf dich abfärben? Oder sind sie ohnehin alle in dir?

Andreas Brandhorst:
Es ist wie das Spiel von Kindern, die in andere Rollen schlüpfen und sich darin ausprobieren. Es gehört zu den menschlichen Eigenschaften: Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, sich in die Lage von anderen Personen zu versetzen, die Dinge mit fremden Augen zu sehen. Dadurch »färbt« nichts ab, aber man erweitert die eigene Perspektive.

Roman Schleifer:
Wie hast du recherchiert?

Andreas Brandhorst:
Indem ich Fachliteratur gelesen und mit Betroffenen gesprochen habe, mit Autisten, Sozialarbeitern und Ärzten.

Roman Schleifer:
Kommen wir zum Buchinhalt: In der ersten Szene überlebt der achtjährige Nikolas einen Autounfall, bei dem seine Eltern sterben. Nikolas erlebt diesen Autounfall, der sich als Mordanschlag entpuppt, dank seiner speziellen Begabung wie in Zeitlupe und weicht auch den Kugeln aus. Später stellt er fest, dass er einen Schutzengel hat.
Glaubst du an Schutzengel?

Andreas Brandhorst:
Nein, ich glaube nicht, dass uns jemand oder etwas beschützt. Um das Beschützen müssen wir uns schon selbst kümmern.

Roman Schleifer:
Aufgrund des Schutzengels könnte man vermuten, dass es sich bei dem Buch um ein religiös motiviertes Buch handelt und/oder ein religiöses Thema behandelt.

Andreas Brandhorst:
Nein, mit Religion hat »Das Flüstern« nichts zu tun.

Roman Schleifer:
Nikolas wechselt schließlich in ein Institut für besonders begabte Personen. Spätestens dort drängt sich der Vergleich mit den X-Men auf. Wo denkst du, geht die evolutionäre Entwicklung des Menschen hin? Sind Parabegabte der nächste logische Schritt der Evolution?

Andreas Brandhorst:
X-Men oder etwas in der Art hatte ich beim Schreiben von »Das Flüstern« nicht im Sinn, aber ich habe oft über die Evolution nachgedacht, und darüber, dass sie uns noch die eine oder andere Überraschung bescheren könnte. Übrigens: Es werden immer mehr autistische Kinder geboren, und Jungen sind dabei in der Mehrzahl. Das Normale bleibt nur so lange normal, wie das Ungewöhnliche selten ist …

Roman Schleifer:
Vor seinem Wechsel in das Institut trifft Nikolas auf Sonja, die einen besonderen Platz in seinem Leben einnimmt. Wie wichtig sind Liebe und Freundschaft in deinem Leben?

Andreas Brandhorst:
Das ist eine sehr persönliche Frage, und die sehr persönliche Antwort darauf lautet: Ich wünschte, ich hätte mehr davon gehabt in meinem Leben.

Roman Schleifer:
Nikolas lebt in der Mitte des Buches in Italien, dem Land, in dem du viele Jahrzehnte gelebt hast. Du schilderst ein mafiöses Milieu, in dem Nikolas aufgrund seiner 16 Jahre wie ein Fremdkörper und hoffnungslos naiv wirkt. Welche eigenen Erfahrungen mit der Cosa nostra sind in das Buch eingeflossen?

Andreas Brandhorst:
Die »Cosa Nostra« ist eine von vier großen Mafia-Organisationen in Italien, ansässig vor allem in Sizilien. Außerdem gibt es: die »’Ndrangheta« (Betonung auf der ersten Silbe) in Kalabrien, die »Sacra Corona Unita« in Apulien und die »Camorra« in Neapel. Während meiner 30 Jahre in Italien habe ich es nie selbst mit dem organisierten Verbrechen zu tun bekommen, aber ich hatte mehrmals Gelegenheit, ihre direkten und indirekten Auswirkungen zu beobachten und mit Menschen zu sprechen, die über Kontakte im Mafia-Milieu verfügten. Das alles ist in den Roman eingeflossen.

Roman Schleifer:
Im Laufe des Buches reift Nikolas charakterlich und wird selbstbewusster. Bist du mit der Zeit und deinen Bücher literarisch gereift? Woran machst du das dingfest?

Andreas Brandhorst:
Der einzige Vorteil des Alterns ist das Mehr an Lebenserfahrung, und das macht sich in allen Bereichen bemerkbar, auch beim Schreiben. Dort gilt zudem: Je mehr man liest und schreibt, desto mehr nimmt die literarische Reife zu. Es liegt daran, dass die eigenen Ansprüche steigen, und außerdem gewinnt man einen besseren Blick für das, was die Menschen bewegt, wie ihr Innenleben beschaffen ist und beschaffen sein kann. Wenn ich heute einen Roman nehme, den ich vor, sagen wir, fünfzehn Jahren geschrieben habe, so fällt mir sofort der Unterschied ins Auge. Ja, ich bin literarisch reifer geworden, und ich hoffe, die Reise geht weiter.

Roman Schleifer:
Wenn du eines deiner Bücher aussuchen könntest, um es neu zu schreiben: Welches wäre es? Und was würdest du ändern?

Andreas Brandhorst:
Hier sind wir wieder bei der literarischen Reife: Es gibt nur ganz wenige Bücher, die ich nicht neu schreiben würde. Mit dem Abstand der Jahre gibt es immer Stellen, die mir unfertig, zu kantig, zu ungenau erscheinen – weil man es inzwischen besser weiß, weil man die Messlatte noch höher gelegt hat, weil neue Lebenserfahrungen und neue Perspektiven hinzugekommen sind. Die Bücher, die ich nicht neu schreiben bzw. an denen ich nur wenig ändern würde, wären wahrscheinlich: »Die Stadt«, »Das Erwachen« und insbesondere »Das Flüstern«.

Roman Schleifer:
Die Rezensionen auf den Buchportalen zu »Das Flüstern« sind durchwegs positiv. Wie sehr freut dich so etwas?

Andreas Brandhorst:
Es ist Balsam für meine empfindsame Autorenseele. Das meine ich tatsächlich so.

Roman Schleifer:
Inhaltlich möchte ich gar nicht mehr über »Das Flüstern« verraten, außer, dass ich mit Nikolas und Sonja mitgelitten und mitgefiebert haben. Und durch das Ende lebt die Chance auf eine Fortsetzung, oder?

Andreas Brandhorst:
Den Eindruck könnte man vielleicht gewinnen. Aber eine Fortsetzung habe ich derzeit nicht geplant.

Roman Schleifer:
Apropos Fortsetzung: In deinem Spiegel-Bestseller »Das Erwachen« aus dem Jahr 2017 geht es um das Erwachen einer Maschinenintelligenz. Soeben bist du mit dem Nachfolge-Manuskript fertig geworden. Jetzt folgt die Nachbearbeitung, dann der Lektor, dann kommst wieder zum Zug, bevor wir das Buch erscheint. Wann werden wir es in Händen halten?

Andreas Brandhorst:
Ich nehme an, der Roman erscheint Anfang Oktober 2020, als ein Schwerpunkttitel des Piper Verlags für die Frankfurter Buchmesse 2020.

Roman Schleifer:
»Das Erwachen« ist auf der Spiegel-Bestsellerliste gelandet. Ist das jetzt dein Anspruch für Band II? Und wie sieht das der Verlag?

Andreas Brandhorst:
Ich würde mich sehr freuen, es noch einmal auf die Spiegel-Bestsellerliste zu schaffen. Und der Verlag natürlich auch.

Roman Schleifer:
Ich gehe davon aus, dass wir auf dieselben Helden treffen wie in »Das Erwachen«, aber auch auf neue Figuren. Welche der neuen Figuren ist die wichtigste?

Andreas Brandhorst:
Die wichtigste neue Figur, die Protagonistin des Romans, ist Jessica Jameson. Als bekannte Figuren tauchen auf: Viktoria Jorun Dahl, Mortimer Swift – und natürlich Coorain Coogan, der vielen Lesern gefallen hat, no worries.

Roman Schleifer:
Wie hast du für die Fortsetzung recherchiert?

Andreas Brandhorst:

Zum Glück konnte ich bei den Recherchen auf das Netzwerk zurückgreifen, das beim Sammeln von Informationen und Hintergrundmaterial für »Das Erwachen« entstanden ist. Meine Hacker-Kontakte in Amsterdam haben mir auch diesmal geholfen, wofür ihnen mein besonderer Dank gilt – dafür haben sie einen Gastauftritt im Roman bekommen. Natürlich einen, der nicht auf ihre wahre Identität schließen lässt.

Roman Schleifer:
Jetzt hättest du auch bei anderen deiner Einzelromane eine Fortsetzung schreiben können – wieso bekommt »Das Erwachen« einen Nachfolger?

Andreas Brandhorst:
Eigentlich wollte ich gar keinen Fortsetzung schreiben, aber ich bin oft von Lesern gefragt worden: Wie geht es nach dem »Erwachen« weiter? Wie entwickelt sich die Welt unter der Herrschaft einer globalen Maschinenintelligenz? Was wird aus den Menschen? Schließlich begann ich konkret darüber nachzudenken, und daraus ergab sich das Konzept für einen Roman, der die Geschichte nach dem Erwachen erzählt.

Damit noch nicht genug. Im nächsten Science-Fiction-Roman, der voraussichtlich im Dezember 2020 bei Piper erscheint, komme ich auf die Mars Discovery zurück, ein Raumschiff, das kurz vor dem Erwachen der Maschinenintelligenz zum Mars startete. »Das Erwachen« berichtet in Streiflichtern davon, ebenso »Das Erwachen 2«. Der Science-Fiction-Roman wird die ganze Geschichte der Mars Discovery und ihrer Crew erzählen, eine Geschichte, die weit über den Mars hinausgeht und bis zu den Sternen reicht.

Roman Schleifer:
Witzigerweise habe ich 2019 auch eine Story geschrieben für EXODUS Nr. 40, die am Mars spielt.

Andreas Brandhorst:
Eine Geschichte, die ich gelesen habe, spannend und interessant. Dabei geht es gleich um die ganz große Frage, um das Überleben der Menschheit. Die von einem ziemlich drastischen Konflikt zwischen Mann und Frau abhängt … In Mars Discovery geht es hingegen um den Konflikt zwischen Maschinenintelligenz und Menschen, um eine riesige Chance für die Zukunft, um einen Mars als Zwischenstation auf dem Weg zu den Sternen.

Roman Schleifer:
Im September 2018 hast du in einem Interview mit mir an dieser Stelle für Oktober 2020 einen Roman in Planung gehabt, in dem du Fundamentalismus, Fanatismus, Populismus und Radikalisierung aufs Korn nehme. Ist das noch aktuell?

Andreas Brandhorst:
Ja, für den Roman, einen Thriller, existiert ein Vertrag. Der Arbeitstitel lautet »Messias«. Diesem Roman geht es wie »Das Flüstern« – er wird verschoben, weil ein anderer Titel vorher kommt. Bei »Das Flüstern« war es »Ewiges Leben«, und »Messias« muss sich wegen »Das Erwachen 2« ein Jahr gedulden.

Roman Schleifer:
Bevor wir »Das Erwachen II« in Händen halten, dürfen wir uns Anfang Dezember über dein SF-Buch »Das Netz der Sterne« freuen. Darin geht es um Tess, einer Kartografin, die in einen unbekannten Teil des Kosmos vordringt, aus dem noch niemand lebend zurückgekommen ist. Warum bitte ist sie so blöd und fliegt dort hin, wenn sie der Tod erwartet?

Andreas Brandhorst:
Die Antwort findet sich im Klappentext für »Das Netz der Sterne: »Die junge Tess Velazca ist eine begnadete Sängerin und wünscht sich nichts mehr, als an der Musikakademie des Planeten Harmonie zu studieren. Doch ihre Familie ist hoch verschuldet und Tess’ Schwester Anita, die sich verpflichtet hatte, die Schulden abzuarbeiten, ist abtrünnig geworden und verschwunden. Es bleibt Tess nichts anderes übrig, als Anitas Platz bei Interkosmika einzunehmen, einem Konzern, der die interstellaren Reisen zwischen den Sternen kontrolliert. Um das Vergehen ihrer Schwester zu begleichen, entscheidet sich Tess für die gefährlichste Arbeit: Als Kartografin will sie viele Lichtjahre weit ins Unbekannte vorstoßen, um für Interkosmika fremde Regionen zu erkunden. Doch für viele Kartografen ist es eine Reise ohne Wiederkehr …«

Roman Schleifer:
Wofür würdest du dein Leben riskieren?

Andreas Brandhorst:
Lass es mich so formulieren: Wenn mir jemand sagen würde, »Du könntest morgen zum Mars fliegen, aber es gibt keine Garantie für deine Rückkehr« – ich wäre sofort einverstanden.

Roman Schleifer:
Mit welchen fundamentalen Fragen des Lebens beschäftigt sich »Das Netz der Sterne«?

Andreas Brandhorst:
Mit der einfachsten und gleichzeitig wichtigsten Roman Schleifer: Wofür lohnt es sich zu leben?

Roman Schleifer:
Warum müssen wir auch dieses Buch von dir gelesen haben?

Andreas Brandhorst:
Weil man eine spannende kosmische Geschichte verpasst, wenn man es nicht liest.

Roman Schleifer:
Ich gehe davon aus, das du mir im Dezember 2019 dazu auch wieder ein paar Fragen beantworten wirst… Welche Frage werden ich nach Lesen von »Das Netz der Sterne« ganz sicher stellen?

Andreas Brandhorst:
Wie wär’s mit: Wie bist du bloß auf diese Idee gekommen?

Roman Schleifer:
Gut, ist notiert. 🙂

Andreas, danke für deine Zeit.

 

„Das Flüstern“:
ET 05.08.2019, ISBN 978-3-492-06101-8, Klappenbroschur, ca. 500 Seiten, Verlag: Piper

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Interview zu „Eklipse“

 

Roman Schleifer hat für PROC (Perry Rhodan Online Community) ein Interview mit mir geführt, in dem es um »Eklipse« (erschienen am 4. Juni 2019 bei Piper) und noch mehr geht. Ich gebe den Wortlaut des Interviews hier wieder:

Roman Schleifer:
Spiegel-Bestseller-Autor Andreas Brandhorst ist einer der wenigen Autoren, von denen ich jedes Buch verschlinge, so auch sein SF-Werk »Eklipse«. Dankenswerterweise fand der sympathische Deutsche Zeit zu einem Gespräch über das Buch und seine Gedanken zu einem RHODAN-Wälzer aus seiner Feder.

Andreas, »Eklipse« ist eines von drei Büchern (»Das Flüstern« und »Im Netz der Sterne«), die 2019 von dir erscheinen. Hattest du 2018 einen literarischen Kreativschub?

Andreas Brandhorst:
Nein, nicht in dem Sinn. Ich schreibe eher langsam, 3 bis 6 Seiten pro Tag, aber jeden Tag, und auf diese Weise entstehen etwa anderthalb Romane im Jahr. Dass in diesem Jahr gleich 3 neue Romane erscheinen, liegt daran, dass sich die Manuskripte »angestaut« haben, was insbesondere an der Verschiebung von »Das Flüstern« lag. Der Thriller hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr erscheinen sollen, musste aber »Ewiges Leben« (Oktober 2018) Platz machen.

Roman Schleifer:
Eklipse ist ein SF-Roman, dessen Setting auch zum aktuellen RHODAN-Zyklus passen würde: Ein Raumschiff kehrt nach 50 Jahren zur Erde zurück und findet sie verändert vor. Während im RHODAN-Universum gleich die Erde verschwunden ist, ist bei dir »nur« die von den Raumfahrern gewohnte Hochtechnologie verschwunden, die Menschheit massiv dezimiert und auf ein Niveau zurückgefallen, das an den Wilden Westen erinnert. Zusätzlich zu diesem Albtraum für die Raumfahrer befindet sich ein außerirdisches Killerwesen an Bord des Raumers und trachtet den Raumfahrern nach dem Leben.
Was war dein allererster Gedanken, der dich dann letztendlich zu dem Buch geführt hat?

Andreas Brandhorst:
Die Konfrontation mit dem Unbekannten, dem Unvertrauten – darum ging es mir. Ich habe mich gefragt: Wie würden Raumfahrer reagieren, die nach einer langen Reise von den Sternen heimkehren und eine ganze andere Erde vorfinden als die, mit der sie gerechnet haben?

Roman Schleifer:
Du hast Band 3005 zum PR-Zyklus »Mythos Erde« beigetragen. Inwieweit hat dich das beeinflusst?

Andreas Brandhorst:
Ich habe die Arbeit an »Eklipse« unterbrochen, um »Wiege der Menschheit« (PR 3005) zu schreiben, und die Umstellung war groß – ich musste bei PR sehr viel knapper schreiben, hatte weniger Platz für Beschreibungen und Figurenprofil. Das änderte sich dann wieder bei der Rückkehr zu »Eklipse«. Ich glaube nicht, dass ich »beeinflusst« worden bin, aber die Abwechselung fand ich sehr interessant.

Roman Schleifer:
Der Roman spielt einerseits auf der Erde, aber auch auf der EKLIPSE und auf einem Asteroiden. Jetzt nutzt du bei deinen SF-Werken normalerweise die Weite der Galaxis oder gleich jene von Galaxiengruppen. In welchem Setting fühlst du dich wohler? In dem begrenzten der Erde oder in der Weite?

Andreas Brandhorst:
Beides hat seinen Reiz, und außerdem probiere ich immer wieder gern neue Darstellungsformen aus, siehe dazu auch meine Antwort auf die nächste Frage. Ich liebe die große galaktische Bühne mit ihren bunten kosmischen Kulissen, aber ich mag auch planetare Abenteuer, wie zum Beispiel in »Das Arkonadia-Rätsel«.

Roman Schleifer:
Du erzählst die Story aus unterschiedlichen Perspektiven der Raumfahrer. Was waren da deine Überlegungen, den Roman nicht nur aus einer Perspektive zu erzählen?

Andreas Brandhorst:
Ich wollte das Innenleben der einzelnen Besatzungsmitglieder der Eklipse zeigen, auf ihre Besonderheiten eingehen. Und ich fand es reizvoll, das Geschehen jeweils aus ihren individuellen Blickwinkeln zu beschreiben. Daraus ergibt sich ein noch besseres, detaillierteres Gesamtbild.

Roman Schleifer:
Die Raumfahrerin Samantha ist eine der Schlüsselfiguren der Handlung. Was würde sie nachträglich zu den Erlebnissen sagen?

Andreas Brandhorst:
Sie würde sich fragen, ob sie ihrer großen Verantwortung als Koordinatorin gerecht geworden ist, und die Antwort lautet: ja. Damit dürfte sie zufrieden sein, trotz allem. Jeder von uns kann nur sein Bestes tun, und wenn das Beste getan ist, sind (Selbst-) Vorwürfe fehl am Platz.

Roman Schleifer:
Zusätzlich zu den Raumfahrern gibt es Rebecca, die auf der Erde gejagt wird. Erst nach und nach erschließt sich dem Leser, wie die Handlung rund um die Raumfahrer und Rebecca zusammenhängt. Was wäre der wichtigste Rat, den Rebecca Jahrzehnte später ihren Enkeln aufgrund ihrer Erlebnisse weitergeben würde?

Andreas Brandhorst:
Sie würde sagen: »Man darf sich nichts vormachen.«

Roman Schleifer:
Da alle guten Dinge bekanntlich drei sind, darf der »Böse« Marcus nicht fehlen. Wie würde er seinen Enkeln seine Motive erklären? Immerhin überschreitet er einen Grenze, die kein Vater überschreiten sollte …

Andreas Brandhorst:
Marcus würde erklären, dass er eine bessere Welt im Sinn hatte. Die Bösen halten sich selbst nicht für böse. Sie sind oft davon überzeugt, das Richtige zu tun. Marcus würde erklären, das Richtige getan zu haben, gegen Umstände, die mächtiger waren als er.

Roman Schleifer:
Wie in all deinen SF-Werken gibt es eine ausgestorbene, mysteriöse Rasse, deren Hinterlassenschaften in der Gegenwart begehrt sind und sie auch beeinflussen. Was hat es mit diesem Fixpunkt in deinen Werken auf sich?

Andreas Brandhorst:
Es stimmt schon, ich greife gern auf einen solchen »Mythos« zurück, wenn auch nicht in allen meinen Romanen. Das Universum dort draußen ist 13,8 Milliarden Jahre alt. Ich bin davon überzeugt, dass es voller Leben steckt und dass es vor uns andere intelligente Spezies gegeben hat, die in ihrer Entwicklung vielleicht viel viel weiter waren als wir. Wenn wir jemals die Sterne erreichen sollten, werden wir wahrscheinlich ihre Hinterlassenschaften finden. Wer weiß, vielleicht werden wir auch schon viel früher fündig, auf dem Mars oder auf einem der Jupiter- oder Saturnmonde …

Roman Schleifer:
In vielen deiner Werke spielt »Zeit« eine entscheidende Rolle. Was ist das Schlimmste, was die Zeit dir antun könnte?

Andreas Brandhorst:
Zu schnell vergehen.

Roman Schleifer:
Nach »Eklipse« ist im August 2019 »Das Flüstern« veröffentlicht worden, das ein Mystery-Thriller ist. (Interview zu dem Buch folgt in Kürze). In welchem Genre außer SF und Thriller könntest du dir noch vorstellen zu schreiben?

Andreas Brandhorst:
Kleine Korrektur: Ich sehe »Das Flüstern« nicht als Mystery-Thriller, sondern eher als – wenn wir schon eine Subkategorie nennen wollen – Psychothriller. Science Fiction und Thriller im Wechsel zu schreiben, gefällt mir sehr gut. Ein großer zeitgenössischer Roman steht noch auf meiner Wunschliste.

Roman Schleifer:
Du hast für deine Werke mehrere Preise erhalten und warst auf der Spiegel-Bestsellerliste. Was erfüllt dich mit mehr Stolz? Die SF-Preise oder die Spiegel-Bestsellerliste?

Andreas Brandhorst:
Ich bin auf jede Auszeichnung stolz, bedeutet sie doch Anerkennung. Ein Platz auf der SPIEGEL-Bestsellerliste bedeutet zudem kommerziellen Erfolg, was ja auch nicht schaden kann. Ich freue mich über das eine wie das andere.

Roman Schleifer:
Nach deinem Spiegel-Bestseller »Das Erwachen«, in dem du das Erwachen einer Maschinenintelligenz beschreibst, wurdest du zu mehreren Symposien als Redner eingeladen. Wie ist das für dich, wenn du als SF-Autor vor Wissenschaftlern sprichst, die auf dem Gebiet forschen?

Andreas Brandhorst:
Das war und ist hochinteressant. In den vergangenen beiden Jahren habe ich vor Topmanagern der internationalen Industrie gesprochen und an wissenschaftlichen Instituten referiert. Das war immer sehr spannend, auch und vor allem wegen der Gespräche nach den Vorträgen. Dabei konnte ich sehr nützliche Kontakte knüpfen, die mir unter anderem bei den Recherchen für »Das Erwachen 2« hilfreich waren.

Roman Schleifer:
Im Interview im Juli 2019 auf Scifinews.de hast du angedeutet, dass es im Bereich Film bald eine interessante Neuigkeit geben könnte. Ist es schon so weit?

Andreas Brandhorst:
Nein, es hat sich noch nichts Konkretes – will heißen: Unterschriftsreifes – ergeben, aber die Dinge sind in Bewegung.

Roman Schleifer:
Welchen deiner Romane hältst du für einen Film am geeignesten?

Andreas Brandhorst:
Ich würde gern »Das Erwachen« oder »Das Flüstern« auf der großen Leinwand sehen, das käme sicher gut rüber. Und wenn es Science Fiction sein soll: Geschichten wie »Das Schiff«, »Omni« oder »Die Tiefe der Zeit« wären als Film sicher eindrucksvoll. Die Trickaufnahmen sind heute ja kein Problem mehr, das lässt sich mit Computerhilfe ohne große Kosten bewerkstelligen.

Roman Schleifer:
Du hast über zwanzig Romane geschrieben, zwei davon wurden ins Italienische übersetzt. Welcher deiner Romane träfe den Geschmack des englischsprachigen Publikums am besten?

Andreas Brandhorst:
Ich denke, jeder meiner Romane könnte in einer guten englischen Übersetzung für die Leser in der großen, von der englischen Sprache dominierten Welt interessant sein. Das Problem ist: Kaum einer der Verlage in Großbritannien, Australien und in den USA ist bereit, viel Geld in eine solche Übersetzung zu investieren. Aber auch in dieser Beziehung ändert sich bei mir vielleicht etwas in naher Zukunft.

Roman Schleifer:
Ich weiß, du hast ein Buch, in dem du alle Ideen notierst. Welche davon musst du in diesem Leben auf jeden Fall umsetzen?

Andreas Brandhorst:
Es ist kein Buch, sondern eine Datei, ein LibreOffice-Dokument, das inzwischen etwa 150 Seiten umfasst. Es gibt darin nicht die eine große Idee, die ich unbedingt verwirklichen muss – wäre dem so, hätte ich längst einen entsprechenden Roman geschrieben. Fast alle der notierten Ideen eignen sich gut für einen Roman, oft verwende ich mehrere für ein neues Projekt.

Roman Schleifer:
Ein Schwenk zu PERRY RHODAN. Im März 2019 hast du in einem Interview mit Klaus N. Frick gesagt, dass es dich reizt, einen dicken RHODAN-Wälzer zu schreiben. Das Thema hast du dann im Interview Interview mit mir präzisiert. Wie erfolgreich wäre ein RHODAN-Roman im Vergleich zu deinen anderen Büchern? Wie viele SF-Leser, die um RHODAN bislang einen Bogen gemacht haben, würden zu dem Buch greifen?

Andreas Brandhorst:
Schwer zu sagen. Ich glaube, mit einem solchen Roman könnte man sowohl Stammleser von »Perry Rhodan« als auch meine Leser erreichen. Die Zielgruppe wäre also recht groß.

Roman Schleifer:
Dein Gast-Roman in der PR-Erstauflage wurde von den PR-Lesern positiv aufgenommen und es wurden weitere Gastromane und regelmäßige Mitarbeit gewünscht. Wäre das ein Thema für dich?

Andreas Brandhorst:
Eine regelmäßige Mitarbeit, als Stammautor gar, käme gewiss nicht infrage, denn die eigenen Projekte stehen bei mir ganz klar im Mittelpunkt. Ich könnte mir aber vorstellen, gelegentlich einen Beitrag für das Perry-Rhodan-Universum zu leisten.

Roman Schleifer:
Und sagen wir zwei PR-Romane pro Jahr?

Andreas Brandhorst:
Ich habe einen ganzen Monat an der Nr. 3005 geschrieben, und nichts lässt mich glauben, dass ich in Zukunft schneller werden könnte. Zwei Heftromane würden also zwei Monate pro Jahr bedeuten – Zeit, die mir für meine eigenen Romane fehlen würde. Wenn ich von weiteren Beiträgen für das Perry-Rhodan-Universum spreche, so denke ich nicht an Heftromane, die mich zu sehr einschränken, sondern eher an große, von der Haupthandlung unabhängige Romane, die mir mehr Freiheit geben.

Roman Schleifer:
Im Dezember erscheint »Das Netz der Sterne«, in dem ein Raumschiff in eine Region des Universums aufbricht, aus der noch nie jemand zurückgekehrt ist. Tess, die Heldin, fliegt gezwungenermaßen mit, denn sie muss ihre Schulden mit dieser Mission abarbeiten. Was immer mit ihr am Ende des Romans passiert – wie würde sie die Mission mit einem Satz nachträglich zusammenfassen?

Andreas Brandhorst:
Sie würde vielleicht sagen: »Ich habe die schönste Melodie des Universums gehört.« Wer den Roman liest, wird verstehen, was ich meine. – Übrigens wird der Leser in »Das Netz der Sterne« etwas mehr über die »Gloriose« erfahren, die ich in PR-Band Nr. 3005 erwähnt habe.

Roman Schleifer:
Und was ist ihre größte Herausforderung auf dieser Mission gewesen?

Andreas Brandhorst:
Ihre größte Herausforderung besteht darin, das Unbekannte und Fremde verstehen zu lernen.

Roman Schleifer:
Was sagt der Autor zu der Figur? Über welchen Schatten wird sie springen müssen, um die Mission zu bestehen?

Andreas Brandhorst:
Tess muss über sich selbst hinauswachsen. Und sie wird ein großes Opfer bringen müssen, vielleicht das größte, das sie bringen kann.

Roman Schleifer:
Was hast du aus ihrer Reise für dich mitgenommen?

Andreas Brandhorst:
Ich habe eine junge Frau kennengelernt, die ihre Träume für etwas viel Größeres aufgegeben hat. Das verdient meinen Respekt!

Andreas, danke für deine Zeit.

 

 

ET 04.06.2019, ISBN 978-3-492-70511-0, Klappenbroschur, ca. 550 Seiten, Verlag: Piper

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WISSENSCHAFT oder SCHARLATANERIE?

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Wir erleben derzeit so etwas wie eine »Entwissenschaftlichung« der Welt. Nichts ist zu grotesk und absurd, um in den sozialen Medien nicht doch Widerhall und Anhänger zu finden. So mangelt es nicht an Menschen, die trotz aller wissenschaftlichen Beweise den von uns verursachten Klimawandel leugnen, die Erde für eine Scheibe halten und davon überzeugt sind, dass die Mondlandung nie stattgefunden hat. Dieser illustren Runde gesellt sich eine andere Gruppe hinzu, die angeblich die Lösung für alle Energieprobleme der Menschheit gefunden hat, durch die Nutzung unbegrenzt zur Verfügung stehender Neutrino-Energie. Von »Neutrinovoltaik« und dergleichen ist die Rede. Harald Lesch erklärt in einem sehr interessanten Video, was da dran bzw. nicht dran ist:

 

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