Drei Monitore

Ich habe ein wenig aufgerüstet – drei große Bildschirme machen die Arbeit richtig komfortabel. Und nein, sie bedeuten nicht, dass ich an drei Romanen gleichzeitig arbeite. 🙂 Der mittlere Schirm ist der Schreibschirm. Der linke dient zur Anzeige von Figuren-, Handlungs- und Notizdateien, und auf dem rechten sind Webcam-Infos, Messengerfenster und Statusmeldungen zu sehen. Natürlich lassen sich die Datenfenster hin und her schieben, ganz nach Bedarf. Diese Konstellation sorgt für das richtige Feeling beim Schreiben über Künstliche Intelligenz. Und der Weltraum ist nie fern, wie die Desktopbilder zeigen (die allerdings auf dem Foto einen leichten Blaustich haben).

 

Ideen beim Laufen

Sich selbst vergessen

Seit einem gefühlten Monat überarbeite ich nun schon meinen Roman über Künstliche Intelligenz, »Das Erwachen«, und ich schätze, es liegen noch etwa drei (reale) Wochen vor mir. Wie sehr mich der Text, seine Änderungen und mögliche Alternativen für bestimmte Passagen beschäftigen, hat sich gestern gezeigt. Seit einigen Tagen suchte ich nach einer Lösung für ein Plot-Problem, und der Gedanke nahm mich beim Laufen so gefangen, dass ich gar nicht mehr auf die Strecke achtete. Ergebnis: An einer Abzweigung bin ich geradeaus weitergelaufen und fand mich plötzlich weit abseits meiner üblichen Route wieder. So wurden aus einer Stunde Laufen fast zwei. Aber die zusätzliche Stunde brachte mir nicht nur die Lösung des Problems, das mir seit Tagen hartnäckigen Widerstand leistete, sondern auch zwei Ideen für kleine Einschübe und Änderungen, die Kanten in einem bestimmten Kapitel glätten. Diese Erfahrung mache ich nicht zum ersten Mal – das Laufen ist für mich oft wie eine Ideenschmiede.

Überarbeitung eines Romans

Was bedeutet eigentlich »Überarbeitung eines Romans«?

Seit einer Woche bin ich dabei, meinen Roman über Künstliche Intelligenz (»Das Erwachen«, im Herbst bei Piper) zu überarbeiten. Was bedeutet das? Es bedeutet nicht, ihn schnell noch einmal nach Tippfehlern durchzusehen und dann dem Korrektor zu schicken. Überarbeiten verlangt volle Konzentration in Hinsicht auf logische Konsistenz, Figurenzeichnung, Sprache, Szenenfolge und Plot. Man geht von der Frage aus: Wie lässt sich dieses Manuskript zu einem Roman machen, mit dem ich zufrieden sein kann? Nicht umsonst rangiert das Überarbeiten bei Autoren auf der Beliebtheitsskala ziemlich weit unten, denn man stellt die eigene Arbeit infrage. Man richtet einen kritischen Blick nicht nur auf die Geschichte als Gesamtpaket, sondern auf jedes Kapitel und sogar jeden einzelnen Satz. Intensives Überarbeiten kann eine kolossale Anstrengung sein, und als Autor läuft man dabei ständig Gefahr, sich in zu vielen Einzelheiten zu verzetteln, weil es an Abstand zum Text mangelt. Hinzu kommt: Wenn die Geschichte erzählt ist, mit dem letzten geschriebenen Satz, möchte man als Autor loslassen von etwas, das im Kopf nicht nur als die in Schriftform fixierte Version präsent ist, sondern auch mit zahllosen Alternativen, mit all den Szenen, die man in Erwägung gezogen und verworfen hat. Die Überarbeitung eines Manuskripts kann wie der endlose Marsch durch ein Labyrinth sein.

Vor einer Woche habe ich mit der Überarbeitung von »Das Erwachen« begonnen, und ich denke, sie wird mich noch drei oder vier weitere Wochen beschäftigt halten. Doch damit ist der Roman noch nicht fertig. Das Manuskript kommt zum Korrektor und geht anschließend an mich zurück, woraufhin ich die Korrekturen noch einmal korrigiere. Dann schicke ich die Datei dem Verlag, wo eine weitere Revision des Romans stattfindet. Und schließlich gehe ich noch einmal die Druckfahnen durch, einige Monate vor dem Erscheinen des Buches – erst dann ist der Roman fertig. Sollte man meinen. Aber wenn ich dann im erschienenen Buch blättere, entdecke ich doch noch den einen oder anderen Fehler …

Der Roman „Das Erwachen“ ist fertig

»Das Erwachen« ist fertig.

Oder fast. Die Geschichte ist erzählt, der Text geschrieben – 811 Seiten sind es geworden. Viele Monate habe ich daran gearbeitet und fast ständig daran gedacht. Während dieser Zeit habe ich nicht nur weitergeschrieben an der großen Geschichte über Künstliche Intelligenz, die im Herbst im Belletristik-Programm des Piper Verlages erscheinen wird, sondern auch Szenen geändert, hier ein Kapitel gekürzt, dort eins erweitert, manche Absätze gestrichen, andere hinzugefügt. Der Roman war immer, von Anfang an, eine einzige große Baustelle, trotz sorgfältiger Planung. Ich habe solche Projekte mit einem hohen Berg verglichen, den es zu erklimmen gilt, und es fühlt sich gut an, nach der langen Kletterpartie den Gipfel erreicht zu haben. Aber: Die Arbeit ist noch nicht zu Ende. Ein besonders schwieriger und oft auch nervenaufreibender Teil beginnt jetzt – die Überarbeitung. Ich weiß von zwei oder drei Logikfehlern, die sich eingeschlichen haben, und die müssen natürlich korrigiert werden, wodurch es erforderlich sein kann, das eine oder andere Kapitel komplett umzuschreiben. Es gibt Dutzende von kleineren Stellen, die bereits markiert sind, was für mich bedeutet: Hier musst du noch etwas genauer nachdenken. Hinzu kommen zahlreiche andere Stellen, die mir bei genauer Durchsicht des Textes auffallen werden.

Ich nehme an, die Überarbeitung wird mindestens einen Monat dauern. Und selbst dann ist der Roman noch nicht fertig. Die Handlung ist in naher Zukunft angesiedelt, aber wie ich in einem Interview gesagt habe: Die Zukunft fällt auf uns herab. Will heißen, die Dinge (nicht nur die technischen, auch die politischen) entwickeln sich so rasend schnell, dass ich bestimmte Details des Romans schon mehrmals den neuen Gegebenheiten anpassen musste. In dieser Hinsicht werde ich vermutlich letzte Korrekturen kurz vor Erscheinen des Romans vornehmen.

Bei keinem anderen Romanprojekt habe ich so viel recherchiert wie bei diesem, und die Recherchen hörten natürlich nicht mit der Vorbereitung auf, sondern gingen während des Schreibens weiter. Es kamen immer neue Informationen hinzu, immer mehr Daten mussten berücksichtigt und eingearbeitet werden. Einen so tiefen Einblick in unsere digitale Infrastruktur zu gewinnen, war interessant und … beängstigend.

Ohne Computer wäre unser Leben einfacher? Wohl kaum. Während der vielen Änderungen schon beim Schreiben habe ich mich immer wieder zurückerinnert an die »gute alte Zeit«, die so gut gar nicht war. Ich habe meine ersten Romane mit einer mechanischen Schreibmaschine verfasst, und mir graut bei der Vorstellung, ein 800-Seiten-Manuskript manuell überarbeiten zu müssen, ohne digitale Unterstützung. Ein modernes Textverarbeitungsprogramm ist dabei eine enorm große Hilfe. Computer haben nicht nur das Leben von uns Autoren verändert, sondern das aller Menschen. Und sie werden es weiter verändern. Wie? Eine Antwort darauf gibt »Das Erwachen«. Im Herbst bei Piper.

Linux und die besten Supercomputer der Welt

Ich habe ja schon darauf hingewiesen, dass ich seit Monaten an einem Roman über Künstliche Intelligenz arbeite, der im Herbst 2017 im Belletristik-Programm von Piper erscheinen wird und den Arbeitstitel »Das Erwachen« trägt. Meine Recherchen zu diesem Thema betrafen auch den aktuellen Entwicklungsstand von Supercomputern. Interessant ist: Von den 500 schnellsten Supercomputern der Welt (an der Spitze der chinesische Sunway TaihuLight des National Supercomputing Centers in Wuxi mit 93 Petaflops) laufen 498 (!) unter Linux. Die beiden anderen verwenden die Unix-Variante AIX. Es wird einen guten Grund haben, warum man bei diesen leistungsfähigsten aller Rechner Windows vergeblich sucht. 🙂

Ich selbst verwende Linux schon seit vielen Jahren (derzeit das Rolling Release »Tumbleweed« von OpenSuse) und weiß die Vorteile von Open-Source-Software sehr zu schätzen, denn sie gibt einem volle Kontrolle über das eingesetzte System.

 

Die nächsten Projekte

DIE NÄCHSTEN PROJEKTE

Im Oktober 2016 ist »Omni« per Piper erschienen, im Mai 2017 folgt »Das Arkonadia-Rätsel«. Was kommt danach? Welche Projekte bereite ich vor? Woran arbeite ich gerade?

Beginnen wir mit der letzten Frage. Ich arbeite derzeit an einem großen, etwa 800 Manuskriptseiten (ca. 700 Druckseiten) umfassenden Roman, der im Herbst 2017 im Belletristik-Programm des Piper Verlages erscheinen wird und in dem es um Künstliche Intelligenz geht – in einem anderen Beitrag habe ich bereits davon erzählt. Im Herbst 2017 werden auch meine sechs Kantaki-Romane, die ursprünglich von 2004 bis 2008 bei Heyne herauskamen, neu bei Piper erscheinen, als Print-Ausgaben (die E-Books sind bereits erhältlich) mit tollen neuen Titelbildern von Arndt Drechsler. Im Frühjahr 2018 kommt dann ein neuer Science-Fiction-Roman; mit der Arbeit daran werde ich etwa im April 2017 beginnen. Und im Herbst 2018 folgt ein weiterer Roman in der Belletristik-Reihe von Piper.

Was den SF-Roman betrifft, mit dem ich im Frühjahr 2017 beginne, überlege ich derzeit, ob es ein Omniversum-Roman sein soll, also angesiedelt als unabhängige Geschichte im Universum von »Omni« und »Das Arkonadia-Rätsel«, oder ein Roman mit einem völlig neuen Universum. Was wäre euch/Ihnen lieber?

 

OMNI und zwei Hommagen

Im Anhang meines Romans OMNI, erschienen im Oktober bei Piper, findet der interessierte Leser nicht nur ein Glossar und eine Chronologie des Omniversums, sondern auch einen Hinweis auf zwei Hommagen, die der Text des Romans enthält. In einer Anmerkung heißt es dort: »Dieser Roman enthält zwei besondere Hommagen – die eine betrifft Ursula K . Le Guin, die andere die bildgewaltige Schaffenskraft von George Lucas. Beide haben auf ihre Art und Weise Großartiges geleistet.«

Immer wieder bin ich gefragt worden, was es mit diesen beiden Hommagen auf sich hat. Was George Lucas betrifft … Vielleicht erinnert Sie die im Strafstein gefangene Zinnober an den in Karbonit eingefrorenen Han Solo in dem Star-Wars-Film »Das Imperium schlägt zurück«. Bei Ursula K. LeGuin besteht die Hommage aus einem Wort, aus dem Namen eines speziellen Apparats im Omniversum. Das Wort lautet »Ansible«, und gemeint ist ein Gerät, mit dem überlichtschnelle Kommunikation in Echtzeit möglich ist. Ursula K. LeGuin hat es zum ersten Mal in ihrem Roman „Rocannons Welt“ (1966) erwähnt (von „answerable“). Andere SF-Autoren haben die Bezeichnung übernommen, und ich setze diese Tradition mit dem Ansible im Omniversum fort.

Erhältlich seit 4.10.2016 als Print, E-Book und Hörbuch
ISBN 978-3-492-70359-8, Taschenbuch, Broschur, 560 Seiten, Verlag: Piper

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KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

»Omni« ist im Oktober bei Piper erschienen, und im Mai 2017 folgt »Das Arkonadia-Rätsel«, ein Roman, der im Universum von »Omni« angesiedelt ist, im »Omniversum«. Natürlich arbeite ich längst an einem neuen Roman, an einem Geheimprojekt, das inzwischen gar nicht mehr geheim ist – ich habe schon im September beim Elstercon in Leipzig darüber gesprochen, anschließend Ende September/Anfang Oktober auch beim Austria Con in Wien. Dieser neue Roman wird im Herbst 2017 im Belletristik-Programm des Piper Verlages erscheinen, und er dreht sich um Künstliche Intelligenz. Das ist ein heißes Thema, das gerade in letzter Zeit viel diskutiert wird, nicht zuletzt deshalb, weil die Forschungen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz spektakuläre Fortschritte erzielt haben. KIs begegnen wir praktisch überall, schon in unseren sprechenden, Fragen beantwortenden Smartphones steckt ein bisschen was davon. Künstliche Intelligenz schlägt Großmeister beim Schach, besiegt die besten menschlichen Go-Spieler, steuert die Logistik von Großunternehmen, diagnostiziert in Krankenhäusern, hilft bei der Suche im Internet und wird in wenigen Jahren die Steuerung unserer Autos übernehmen. Wir werden bald in einer Welt leben, die von Künstlicher Intelligenz durchdrungen ist. Aber was geschieht, wenn sie eine kritische Schwelle erreicht? Wenn spezifische, auf bestimmte Fachgebiete bezogene Künstliche Intelligenz zu einer breiten, allgemeinen Maschinenintelligenz wird, der biologischen – menschlichen – Intelligenz überlegen? Stephen Hawking hat im Jahr 2014 davor gewarnt: »Die Entwicklung echter Künstlicher Intelligenz könnte das Ende der Menschheit bedeuten.«

Wie Maschinenintelligenz entstehen, wohin sie uns Menschen und unsere Welt bringen kann, davon erzähle ich in meinem großen, etwa 700 Druckseiten umfassenden Roman im Herbst 2017 bei Piper. Es geht um »Das Erwachen«, das ein neues Zeitalter einleitet.

Das Arkonadia-Rätsel

Mit »Omni«, erschienen am 4. Oktober 2016 bei Piper, fand das erste Abenteuer im Omniversum statt, und das zweite folgt schon bald. Am 2. Mai 2017 erscheint der nächste Roman aus dem Omniversum, »Das Arkonadia-Rätsel«, in dem es ein Wiedersehen mit Forrester und Zinnober alias Jasper und Jasmin gibt.

Das Arkonadia-Rätsel

Arkonadia

Eine uralte Wahrheit, die das Universum verändert …

Ein Bund von mächtigen Völkern, Omni genannt, wacht in der Milchstraße über die Entwicklung von Leben und Zivilisationen. Jasper und seine Tochter Jasmin gehören zu den wenigen Auserwählten, die in den Diensten Omnis stehen. Ihr Auftrag führt sie zu dem fernen Planeten Arkonadia. Seit Jahrtausenden stranden dort immer wieder Raumschiffe unter dem Einfluss einer unerklärlichen Raumzeit-Anomalie. Zudem bewirkt das geheimnisvolle Nerox, das alle 453 Jahre auftritt, technologischen Stillstand und stürzt den ganzen Planeten ins Chaos. Niemand kennt den Ursprung des Phänomens. Jasper und Jasmin sollen das Rätsel von Arkonadia lösen und stoßen dabei auf ein Geheimnis, das eine Milliarde Jahre alt ist und auch Omni betrifft …

ET 02.05.2017, ISBN 978-3-492-70426-7, Klappenbroschur, 544 Seiten, Verlag: Piper

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„Das Arkonadia-Rätsel“ in der Programmvorschau von Piper Frühjahr 2017