Chronologie der Menschheit im Kantaki-Universum

FremdeWelten

 

 

 

 

 

 

 

Die Menschheit im Kantaki-Universum

 

Phase 1: Nationalstaaten der Erde

2021: Gemeinsam mit Russland richtet die Europäische Union die erste permanent bewohnte Mondstation ein. Nicht nur die technologische Rivalität zu den Vereinigten Staaten von Amerika wächst. In politischer Hinsicht wird das erweiterte Europa immer mehr zu einem Gegengewicht zu den USA, die nach den Kriegen im Nahen, Mittleren und Fernen Osten sowie in Mittel- und Südamerika zunehmend unter innen- und außenpolitischen Druck geraten. Angesichts der immensen amerikanischen Militärausgaben droht eine Wirtschaftskrise von globalem Ausmaß.

2022-2027: Die europäisch-russische Mondstation wird ausgebaut und entwickelt sich immer mehr zu einer Kolonie, die lokale Rohstoffe verarbeitet und mit industrieller Produktion beginnt.

2026: Eine bemannte Mars-Mission der Amerikaner scheitert noch auf dem Weg zum Roten Planeten. Das mit einem modernen Ionenantrieb ausgestattete Raumschiff mit sieben Astronauten an Bord gerät in den hochenergetischen Teilchenstrom eines Sonnensturms. Die Aktivität der Sonne nimmt weiter zu.

2027: China richtet eine eigene, permanent bewohnte Mondbasis ein.

2036: Die zweite bemannte amerikanische Mars-Mission erreicht den Roten Planeten. Durch einen Unfall kommt es zu einer biologischen Kontamination des Mars-Ambiente durch terrestrische Mikroben.

2050: Das »Jahr des Wandels« auf der Erde. Ein gewaltiger Börsencrash, nicht zuletzt durch das enorme amerikanische Staatsdefizit verursacht, vernichtet die Ersparnisse von Millionen Menschen. Die Folge sind nicht nur ein globaler Wirtschaftkollaps mit Massenarbeitslosigkeit, sondern auch wachsende Unzufriedenheit. In den vom US-Einfluss dominierten südamerikanischen Staaten kommt es zu Aufständen; die Situation eskaliert, und in Südamerika zerbricht die Staatsgewalt. Es kommt zu einer neuen Terrorwelle, und die USA nehmen dies zum Anlass, die »Amerikanische Hegemonie« zu proklamieren. In der Europäischen Union, ebenfalls von der Wirtschaftskrise heimgesucht, mehren sich antiamerikanische Stimmen, aber man setzt nach wie vor auf Zusammenarbeit.

Mitte des Jahres kommt es in Rio de Janeiro zu einem verheerenden Bombenanschlag, dem insgesamt fast zehntausend Menschen zum Opfer fallen. Unter den Toten befinden sich auch die beiden Söhne von Jonas Jacob Hudson – der »Erleuchtete« genannt –, eines charismatischen Sektenführers. Von der öffentlichen Propaganda bestärkt, sieht Hudson islamisch-fundamentalistische Terroristen hinter dem Anschlag und beginnt mit einer beispiellosen Hetzkampagne gegen alles Moslemische.

2052: Die wirtschaftliche Lage auf der Erde entspannt sich allmählich. Aus der europäisch-russischen Mondbasis ist eine Stadt mit fast zehntausend Einwohnern geworden. Probleme mit Strahlung und Mikrometeoriten führen zur Entwicklung erster energetischer Schirmfelder, die auch weiteren Flügen zum Mars und in die Außenbereiche des Sonnensystems zugute kommen. Hudson setzt seine Hetzkampagne fort, und die von ihm geführten christlichen Fundamentalisten, die »Neuen Illuminaten«, gewinnen in der westlichen Welt immer mehr Einfluss.

2054: Die Entwicklung des »Levitators« befreit von den Fesseln der Gravitation. Die Raumfahrt wird erheblich einfacher und billiger.

2055: Verbessertes Ionentriebwerk. Flüge zum Mond dauern nur noch wenige Stunden, zum Mars einige Tage und zu den äußeren Planeten Wochen. Kompensatoren lösen das Problem des Trägheitsmoments.

2056: Erste permanent bewohnte Station auf dem Mars, unter der Ägide der UN, faktisch aber verwaltet von der Amerikanischen Hegemonie. Zu den Bewohnern der Station zählen auch Anhänger des Erleuchteten.

2057: Erkundungsflüge zu den äußeren Planeten. Nach der ökologischen Katastrophe auf dem Mars ist man vorsichtiger geworden, und der Jupitermond Europa wird zur Sensation. Unter dem mehrere Kilometer dicken Eispanzer, in einem hunderte von Kilometern tiefen Ozean aus Wasser, findet man das erste extraterrestrische Leben.

2059: In Höhlen auf den Saturnmonden Dione, Mimas und Tethys werden Hinterlassenschaften der LaKimesch gefunden.

2060: Auch auf den Uranus-Monden Miranda und Ariel finden Expeditionen Relikte der LaKimesch, die offenbar das Sol-System vor vielen Millionen Jahren mehrmals besucht und hier vielleicht sogar eine Kolonie gegründet haben.

2072: Der Erleuchtete und seine Neuen Illuminaten führen einen von langer Hand vorbereiteten Plan durch. Mit einem einfachen Raumschiff brechen sie vom Mars zum Asteroidengürtel auf und lenken »Gottes Hammer« in Richtung Erde, einen kleinen Asteroiden, der den Mittleren Osten treffen und damit die Zentren des Islam auslöschen soll. Nach zwölf Monaten wird er sein Ziel erreichen.

2073: Auf der Erde werden Maßnahmen zur Neutralisierung des Asteroiden ergriffen, und gleichzeitig kommt es zur Zweiten Großen Völkerwanderung. Wer dazu imstande ist, verlässt die gefährdeten Regionen. Millionen brechen auf und fliehen aus dem Nahen und Mittleren Osten. Die westliche Welt und auch die Staaten im Fernen Osten werden von Flüchtlingen überschwemmt.

2073: Es gelingt nicht, »Gottes Hammer« von seiner Bahn abzulenken, und der Versuch, ihn zu zerstören, lässt den Asteroiden in mehrere Teile zerbrechen. Aus der von den Neuen Illuminaten für die islamische Welt geplanten Katastrophe wird ein globales Desaster, das aber vor allem die Amerikanische Hegemonie in Mitleidenschaft zieht.

2075: Der untergetauchte Erleuchtete flieht mit mehr als tausend Anhängern von der Erde. Ein umgebautes Langstreckenschiff, für die Erforschung der äußeren Planeten bestimmt, soll ihnen als Generationenschiff dienen und sie zu den Sternen bringen, »Gott entgegen«. Zwischen den Umlaufbahnen von Neptun und Pluto begegnen die Flüchtlinge einem Kantaki-Schiff, dem fünften, das im Verlauf der letzten dreitausend Jahre einen Abstecher ins Sol-System gemacht hat, auf der Suche nach zahlungskräftigen Passagieren. Mutter Rrirk, Eignerin des Schiffes, nimmt die Flüchtlinge auf und bringt sie in ihrer Transportblase zu einem extrasolaren Planeten, der den Namen Schanhall bekommt und später, von christlichen Fundamentalisten bewohnt, zum lockeren Bund der spiritualistischen Welten gehören wird.

 

Phase 2: Die große Expansion

2074: Nach den Einschlägen der Meteoritenfragmente bildet sich der »Bund der Laizistischen Nationen«, in denen Staat und Religion strikt voneinander getrennt sind. Der Kontakt mit den Kantaki bedeutet eine schwere Krise für die traditionellen Religionen und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, das irdische Chaos zu verlassen. Doch in den meisten Fällen verlangen die Kantaki hohe Preise für den Transport von Passagieren und Fracht, die sich nicht jeder leisten kann. Pioniere brechen auf – einige wenige unabhängig, die meisten in den Diensten finanzkräftiger Auftraggeber –, lassen sich von Kantaki-Schiffen zu fremden Sonnensystemen bringen, brechen dort mit interplanetaren Schiffen auf und suchen nach Welten, die sich für die Besiedlung eignen. Innerhalb von nur dreißig Jahren werden mehr als zweihundert extrasolare Planeten besiedelt, darunter Kabäa im Epsilon-Eridani-System sowie Tintiran und Xandor im Mirlur-System. Die Auswanderung wird zu einem enormen Geschäft, und es entstehen neue Abhängigkeiten: Wer die Erde verlassen will und nicht genug Geld hat, verpflichtet sich mit Arbeitsverträgen, die Schulden auf den Kolonien abzuarbeiten. Den Regierungen des BdLN gelingt es kaum mehr, die politische, soziale und wirtschaftliche Kontrolle über die Ereignisse auf der Erde und auf den vielen Kolonialplaneten zu behalten.

2080-2200: Ende des zweiundzwanzigsten Jahrhunderts gibt es über siebenhundert von Menschen besiedelte Planeten, einige von ihnen mehr als fünftausend Lichtjahre entfernt. Die Bevölkerung der Erde ist von acht Milliarden auf etwas mehr als zwei Milliarden geschrumpft. Es bestehen Kontakte zu weiteren extraterrestrischen Intelligenzen, unter ihnen die Akuhaschi, Taruf, Horgh, Ganngan, Kariha, Quinqu, Grekki und Pintaran. Die Horgh bieten eine Alternative zu den Kantaki-Schiffen. Mit ihren Sprungschiffen können ebenfalls interstellare Entfernungen überbrückt werden, aber die dabei entstehenden Schockwellen sind für Menschen schier unerträglich. Es scheitern alle Versuche, eine eigene überlichtschnelle Raumfahrttechnik zu entwickeln und dadurch von den Kantaki und Horgh unabhängig zu werden.

Auf der Erde entsteht eine multikulturelle globale Gesellschaft. Politische Kontrolle über ferne Kolonien lässt sich kaum bewerkstelligen, zumal auf den Kolonialwelten längst überwunden geglaubte Gesellschaftsstrukturen entstehen: auf der einen Seite die »Autarken«, die ihre Emigration selbst finanziert haben und auch finanzkräftig genug sind, sich eine neue Existenz zu schaffen; auf der anderen die »Subalternen«, die sich vertraglich verpflichtet haben, ihre Schulden abzuarbeiten.

Ein Personenkreis steht außerhalb dieser Struktur: die Kantaki-Piloten. Wie sich herausstellt, verfügen auch gewisse Menschen über die besondere Gabe, die für die Navigation im Transraum nötig ist, und die Kantaki nehmen sie bereitwillig in ihre Dienste. Kantaki-Piloten genießen hohes Ansehen und gelten als unantastbar.
Auf vielen Welten findet man Hinterlassenschaften der LaKimesch, und die Xenoarchäologen fragen sich, warum ihre galaktische Hochkultur vor etwa zweiundzwanzig Millionen Jahren ein so plötzliches Ende fand.

 

Phase 3: Konsolidierung

2201-2500: Auf vielen Kolonialwelten kommt es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung ohnegleichen, denn Rohstoffe stehen praktisch unbegrenzt zur Verfügung und können durch moderne Technik mit nur geringen Kosten weiterverarbeitet werden. Außerdem gibt es einen riesigen, sich ständig ausweitenden Markt. Gesetzliche Hindernisse für ein ungehemmtes ökonomisches Wachstum mit allen seinen Konsequenzen gibt es nicht mehr. Aus Dutzenden und hunderten von Firmengruppen bestehende Wirtschaftskonglomerate bestimmen weitgehend das Geschehen auf den von Menschen besiedelten Welten.
Die Gentechnik macht große Fortschritte und verlängert die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen. Erste »Resurrektionen« werden möglich, genetische Revitalisierungen, die den Körper verjüngen, die Gen-Struktur aber auch destabilisieren. Resurrektionen sind sehr teuer und bleiben den Subalternen verwehrt. Bei den Autarken bewirken sie eine soziale Differenzierung, denn nicht alle von ihnen können sich solche Behandlungen leisten. Eine Resurrektion bleibt in den meisten Fällen den »Magnaten« vorbehalten, den Oberhäuptern von Konzernen und Firmengruppen, und den Angehörigen des neuen interstellaren Finanzadels. Darüber hinaus ermöglicht die Weiterentwicklung der Gentechnik »Neue Menschen«, die an besondere Umweltbedingungen angepasst sind und so für normale Menschen lebensfeindliche Welten besiedeln können.

2212: Die Allianz bildet sich aus anfänglich vierzehn Konzerngruppen. Zentralwelt: die Erde. Aber schon bald verliert die Erde an politisch-wirtschaftlicher Bedeutung, und praktisch alle wichtigen Entscheidungen der Allianz werden im nur gut zehn Lichtjahre entfernten Epsilon-Eridani-System getroffen, auf Kabäa.

2227: Das Konsortium entsteht als Gegenpol zur Allianz. Unter anderem gehören ihm die Valdorian-Unternehmensgruppe und der auf Gentechnik spezialisierte Konzern New Human Design an.

2280: Hegemonie und Entente entstehen. Die letzten Reste der alten Nationalstaaten verschwinden, auf der Erde ebenso wie auf den Kolonien.

2292: Die Kongregation wird gegründet.

2311: Die von christlichen Fundamentalisten und anderen religiösen Extremisten bewohnten Welten, unter ihnen Schanhall, schließen sich zum lockeren Bund der spiritualistischen Kolonien zusammen.

2314-2330: Weitere Welten werden besiedelt; es entstehen der Islamische Bund, der Anarchische Block, Träumerwelten (deren Bewohner virtuelle Andersweiten der Wirklichkeit vorziehen) und die Separaten Planeten mit planwirtschaftlich-sozialistischen Wirtschaftssystemen.

2401-2430: Es kommt zur ersten großen Emigration der Entsager, die versuchen, zu den wesentlichen Dingen des Lebens zurückzukehren und mit möglichst wenig Technik auszukommen. Innerhalb von dreißig Jahren besiedeln sie mehr als zwanzig Planeten. Einige von ihnen lassen sich, ungeachtet aller damit verbundenen Gefahren, an Bord von Horgh-Schiffen ins Zentrum der Milchstraße bringen, aus dem einst die Xurr kamen, in der Hoffnung, jene Geschöpfe zu finden, die Organisches mit Anorganischem verbanden.

2429: Eine besondere Gruppe der Entsager, die »Kinder des Glücks«, schlagen einen extremen Weg ein. Sie entsagen nicht nur dem modernen Leben, sondern auch der Gegenwart. Sie brechen mit einem großen Habitatschiff, der »Zeitarche« auf, das im Verlauf von mehreren Jahren bis fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt wird, sodass sich Dilatationseffekte bemerkbar machen.

2458: Das »Jahr der Rückkehrer«. Von den Entsagern, die vor mehr als dreißig Jahren mit Horgh-Schiffen in Richtung galaktisches Zentrum aufbrachen, kehren sieben zurück. Mit einem Horgh-Frachter treffen sie auf Kabäa ein und erwecken den Eindruck, durch die Schockwellen der Sprungschiffe wahnsinnig geworden zu sein. Während der Behandlung in einer Spezialklinik berichten sie immer wieder von schrecklichen Ereignissen im galaktischen Kern, insbesondere bei den »Schwarzen Tunneln« und den »Elf Toren«. In den Schilderungen der Rückkehrer spielt der »Weltenhaufen« eine große Rolle, und sie erwähnen Geschöpfe namens Toukwan, die angeblich die Xurr vor hunderttausend Jahren zur Flucht veranlassten.

2477: Der Planet Aquaria wird besiedelt, und in seinen Ozeanen findet man intelligente Medusen. Aus den Mägen ihrer nicht mit Intelligenz begabten fernen Verwandten, der Tiefseequallen, wird ein seltenes Betäubungsmittel gewonnen, das es Menschen erlauben kann, die Schockwellen von Sprungschiffen der Horgh zu ertragen.

(2489): Auf der anderen Seite der Milchstraße werden die Feyn von Feinden aus der Vergangenheit angegriffen, den »Temporalen«.

 

Phase 4: Die Dynastien

2501-2680: Die Erste Dynastie
Es entstehen diktatorische Systeme, ökonomische Dynastien, und ihre Oberhäupter, die Dynasten, üben eine weitaus direktere und offensichtlichere Kontrolle aus als zuvor die Magnaten.

(2521): Die Feyn erringen einen entscheidenden Sieg über die Temporalen und schließen die Zeitportale, durch die ihre Gegner in die Gegenwart gelangen konnten.

(2533): Die Kantaki Mutter Krir wird zu einer der Großen Fünf.

(2641): Auf der anderen Seite der Milchstraße öffnen die Feyn eines der vor hundertzwanzig Jahren geschlossenen Zeitportale und schicken eine Expedition in die Vergangenheit, in die Zeit der besiegten Invasoren. Das ist ein großer Fehler, wie sich später herausstellen wird.

2681-3010: Die Zweite Dynastie
Nach dem Fall der Ersten Dynastie übernehmen die Magnaten direkt die Macht und verwenden dabei auch militärische Mittel, da der Transport von Waffen und Truppen nicht wie gefürchtet gegen den Sakralen Kodex der Kantaki verstößt. Die Magnaten werden zu den neuen Dynasten, deren Herrschaft sich diesmal nicht auf einzelne Planeten beziehungsweise ein Sonnensystem beschränkt.

(2717): Die von den Feyn in die Vergangenheit geschickte Expedition kehrt mit vielen Jahren Verspätung zurück, angeblich aufgrund eines fehlerhaften Zeitsprungs. Was noch niemand weiß: In ihrer Mitte befinden sich einige getarnte Temporale, die damit beauftragt sind, die geschlossenen Zeitportale wieder zu öffnen.

(2774): Getarnte Temporale, zusammen mit der Expedition der Feyn zurückgekehrt, brechen mit Schiffen der Kantaki und der Horgh auf. Auf fernen Welten öffnen sie erste versteckte Zeitportale, durch die Zeitkrieger in die Gegenwart gelangen können und erste Vorbereitungen für den Transfer der Haupttruppen und der Zeitflotte treffen.

(2809): Zeitschiffe beginnen damit, neue Portale zu anderen Welten zu bringen. Die Temporalen bereiten sich auf einen groß angelegten Schlag gegen die Feyn vor.

(2855): Auf der anderen Seile der Milchstraße haben die Temporalen Stützpunkte auf strategisch wichtigen Planeten eingerichtet und beginnen mit dem Angriff auf die Feyn.

(2871): Die Feyn und ihre Verbündeten erleiden im Kampf gegen die Temporalen eine Niederlage nach der anderen und müssen immer mehr der von ihnen besiedelten Welten aufgeben. Sie beginnen mit der Organisation der Drei Großen Barrieren, die die Zentralregion ihres Reiches schützen sollen.

(2903): Die Drei Großen Barrieren der Feyn sind fertiggestellt und geben den Verteidigern neue Hoffnung. Es scheint doch noch eine Möglichkeit zu geben, den Temporalen zu widerstehen. Die zentralen Welten nehmen viele Flüchtlinge auf.

(2951): Getarnte Zeitschiffe durchdringen die Erste Große Barriere und öffnen sie für die Zeitflotte.

(2964): Die Feyn arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung einer wirkungsvollen Waffe gegen die Temporalen, während sich die Zweite Große Barriere immer stärkeren Angriffen ausgesetzt sieht.

(3006): Es gelingt den Temporalen, auch die Zweite Große Barriere zu durchbrechen. Nur noch eine Verteidigungslinie trennt sie von den zentralen Welten der Feyn.

(3008): Die Feyn arbeiten noch immer an der Entwicklung des »Sporns«, jener Waffe, die die Temporalen zurücktreiben soll. Der letzte Ansturm des Feindes auf die Dritte Große Barriere beginnt. Dahinter breitet sich Furcht auf dem »Dutzend« aus, den zwölf zentralen Welten der Feyn.

3010: Die Menschheit hat über achttausend Planeten besiedelt, und mehr als hundert von ihnen sind Extremwelten, auf denen genveränderte Neue Menschen Kolonien gegründet haben. Über zwanzigtausend Planeten werden als so genannte Ressourcenwelten genutzt. Es gibt einundzwanzig Wirtschaftskonglomerate; die größten unter ihnen sind Allianz, Konsortium, Hegemonie, Koalition, Entente und Kongregation. Die Zweite Dynastie hat den Höhepunkt ihrer Macht erreicht, als der Zeitkrieg beginnt, später auch Tausendjähriger Krieg genannt.

 

Phase 5: Der Zeitkrieg (3011 – ca. 4000)

3011: Auf Klinta wird ein Zeitportal entdeckt und unabsichtlich aktiviert.

(3011): Die Temporalen durchdringen die Dritte Große Barriere und beginnen mit dem Angriff auf das Dutzend, aber die Feyn haben den Sporn im letzten Augenblick fertig gestellt und setzen ihn gegen die Invasoren ein. Die Temporalen werden jedoch nicht wie erwartet in die Vergangenheit verbannt. Stattdessen öffnet sich ein Tunnel durch Raum und Zeit, ein Transferkanal, der zur anderen Seite der Milchstraße führt.

3011: Erste Temporale kommen durch das Portal und werden von Untergrundkämpfern für zurückgekehrte LaKimesch gehalten.

3025: Mithilfe telepathischer Manipulationen übernehmen die Temporalen unbemerkt die Macht auf Dutzenden von Menschenwelten.

3030: Es gelingt den Temporalen, weitere Zeittore zu öffnen. Mehr von ihnen kommen aus der Vergangenheit und beginnen mit dem Bau eines Hyperportals.

(3041): Auf der anderen Seite der Milchstraße schließen die Feyn die Zeitportale. Sie wissen, dass ihr Sporn nicht so funktioniert hat, wie es vorgesehen war, und sie beginnen mit einer vorsichtigen Suche nach den verschwundenen Temporalen.

3055: Das Hyperportal geht seiner Fertigstellung entgegen, und die Aktivitäten der Temporalen nehmen zu.

(3056): Die Feyn finden heraus, dass ihr Sporn den Gegner aus der Vergangenheit durch einen Transferkanal zur anderen Seite der Milchstraße transferiert hat. Sie setzen sich mit den Kantaki in Verbindung und bitten sie um Hilfe.

3056: Wie sich herausstellt, können Personen mit der Pilotengabe getarnte Temporale erkennen. Dadurch werden die Kantaki-Piloten und die Sakralen Pagoden der Kantaki auf den Welten der Menschen und der anderen Völker zu primären Zielen der Fremden. Sie greifen mit variablen Zeitzonen an, versetzen Kantaki-Piloten in Vergangenheit und Zukunft oder sogar in die nichtlineare Zeit.

3057: Eine Delegation der Feyn erreicht den von Menschen bewohnten Spiralarm der Milchstraße. Wie alle anderen – abgesehen von den Horgh – sind sie gezwungen, Kantaki-Schiffe zu benutzen, um interstellare Entfernungen zurückzulegen. Sie erkennen sofort, was es mit den fremden Besuchern auf sich hat, und warnen vor der großen Gefahr. Als sie von dem Hyperportal erfahren, machen sie sich sofort auf die Suche danach, denn sie wissen: Wenn es den Temporalen gelingt, es fertig zu stellen und zu aktivieren, können sie damit die Zeitkerker in der Vergangenheit öffnen und ihre gesamte Streitmacht durch einen temporalen Korridor transferieren.

Ein Kantaki-Schiff mit Feyn an Bord findet das Hyperportal, aber es gerät in eine Zeitfalle, die es Jahrmilliarden in die Vergangenheit schleudert, wodurch es zu einer Konfrontation mit dem Realität fressenden Omnivor kommt, dem Abissalen der Kantaki.

Die Temporalen aktivieren das Hyperportal und öffnen die Zeitkerker. Kurz darauf trifft die erste Flotte aus der Vergangenheit ein; sie besteht aus Kantaki-Schiffen – Nachkommen der vor zwanzig Millionen Jahren ausgestoßenen und zum Milchstraßenkern aufgebrochenen Renegaten-Kantaki haben sich mit den Temporalen verbündet.

3060: Die Temporalen lassen ihre Maske fallen und ergreifen dort, wo sie bereits Stützpunkte haben, ganz offen die Macht: im Qirell-System, im Anarchischen Bund, auf den Separaten Welten und auf einigen Planeten der spiritualistischen Kolonien.

3060-3200: Auf den anderen von Menschen besiedelten Welten findet eine schleichende Invasion statt. Es verkehren kaum mehr »normale« Kantaki-Schiffe, denn sie werden von den Renegaten sofort angegriffen.
Dutzende von Welten brechen die Kontakte zu anderen Planeten komplett ab, in der Hoffnung, auf diese Weise einer Unterwanderung durch Temporale zu entgehen.

3201-3500: Mehrere Versuche, die Macht der Temporalen zu brechen und sie von besetzten Planeten zu vertreiben, sind gescheitert. Sie haben nicht nur die Welten der Menschen übernommen, sondern auch die vieler anderen Völker. Die Feyn und Kantaki schließen den Ehernen Pakt, um der von den Temporalen und den Renegaten-Kantaki ausgehenden Gefahr zu begegnen. Eine neue Version des Sporns wird eingesetzt, erzielt jedoch nicht die gewünschte Wirkung. Im Gegenteil: In und außerhalb von Planetensystemen entstehen Zeitanomalien, für die Temporalen unproblematisch, für alle anderen eine große Bedrohung. Ähnliche Anomalien entstehen auf Welten, deren Bewohner sich gegen die Besatzer zur Wehr setzen: Zeitschläuche durch Vergangenheit und Zukunft, Tore zu temporalen Labyrinthen.

Die Magnaten und Autarken versuchen, sich mit den neuen Machthabern zu arrangieren, müssen aber schon bald erkennen, dass eine Koexistenz mit den Temporalen nicht möglich ist.

3501-3800: Mithilfe der Renegaten beginnen die Temporalen, die Sonnensysteme der von Kantaki bewohnten Planeten in ein komplexes Netzwerk aus Zeitanomalien einzuspinnen, das zahlreiche Wege in die nichtlineare Zeit des Plurials enthält. Ähnliche Netzwerke entstehen auch in anderen Teilen des Spiralarms und bilden eine Metastruktur, deren Zweck zunächst rätselhaft bleibt.

Auf den besetzten Welten entsteht eine gut organisierte Widerstandsbewegung, in der die »Patrioten«, Genveränderte mit der Pilotengabe, die wichtigste Rolle spielen. Die Patrioten sind vor telepathischer Manipulation der Temporalen geschützt, können sowohl den Gegner als auch seine vielen Zeitfallen erkennen. Darüber hinaus sind diese speziellen Neuen Menschen imstande, die beim Sprung der Horgh-Schiffe entstehenden Schockwellen zu ertragen, ohne sofort den Verstand zu verlieren oder zu sterben.

Eine geheime Delegation der Patrioten bricht an Bord eines Horgh-Schiffes zu einem Nexus auf, um dort mit den Kantaki und Feyn ein gemeinsames Projekt zu planen.

3801-4000: Die Kantaki schützen ihre Heimatwelt Munghar und andere von ihnen bewohnte Planeten mit einem multidimensionalen Schild, der für die Renegaten ebenso undurchdringlich ist wie für die Temporalen. Sie haben die interstellare Raumfahrt auf ein Minimum reduziert, und ihre Schiffe bleiben unbewaffnet, wie es ihre Philosophie verlangt. Aber sie sind jetzt ebenfalls mit multidimensionalen Schilden geschützt, und es gelingt ihnen, einige wenige Flugkorridore durch die Anomalien-Netze offen zu halten.

Eine Expedition, zum großen Teil aus Neuen Menschen bestehend, bricht 3840 in die Vergangenheit auf, kehrt aber nicht zurück; man geht von ihrem Scheitern aus. Auf den von ihnen besetzten Welten beginnen die Temporalen mit einem strengeren Regiment. Lokale Philosophien und Religionen werden verboten, und an ihre Stelle tritt die Endzeitlehre. Die Menschen und anderen Völker werden aufgefordert, sich auf das bevorstehende »Ende der Welt« vorzubereiten, darauf, dass der Materie gewordene Geist wieder Geist wird, mit all dem Wissen, dass er während der Fünf Kosmischen Zeitalter gesammelt hat. Im Jahr 3936, fast hundert Jahre nach dem Aufbruch der Expedition in die Vergangenheit, kehren zwei Überlebende zurück, lediglich um einige Jahrzehnte gealtert. Sie berichten nicht nur von einem Zeitlabyrinth, in dem sie sich verirrten und das alle anderen Expeditionsteilnehmern das Leben kostete, sondern auch von den Plänen der Temporalen. Mit der Metastruktur ihrer Anomalien-Netze wollen sie einen Schwarzen Tunnel durch Zeit und Raum schaffen, die im Milchstraßenzentrum gelähmten Keime des Omnivors, »Splitter Gottes« genannt, zusammenführen und das ganze Universum kollabieren lassen – was das Ende des Fünften Kosmischen Zeitalters bedeuten würde.

Aber die beiden Überlebenden bringen nicht nur diese Schreckensnachricht, sondern auch eine wichtige Information, die es Feyn und Kantaki ermöglicht, den Sporn zu verbessern. Im Jahr 3999, kurz vor Fertigstellung der Metastruktur, die den Schwarzen Tunnel öffnen soll, ist der neue Sporn einsatzbereit und wird aktiviert. Der von ihm entfesselte Zeitsturm schleudert die Temporalen zwar in die Vergangenheit zurück, aber das Gefüge der Raum-Zeit bricht an vielen Stellen auf. Die Anomalien-Netze zerreißen, und es beginnt die Epoche des Chaos.

3909: Die Kantaki-Pilotin Esmeralda ist bei den Feyn auf der anderen Seite der Milchstraße.

 

Phase 6: Die Epoche des Chaos (ca. 4000-?)

Die Länge der Epoche des Chaos variiert von Planet zu Planet, und zwar aufgrund ausgedehnter temporaler Diskontinuitäten. Die außerhalb des gewöhnlichen Zeitstroms lebenden Kantaki versuchen vergeblich, einen Kontakt mit dem Konziliat herzustellen, und so beginnen sie allein mit der »Reparatur des Kontinuums«.
Auf den Menschenwelten beginnt die »Restauration«. Zwar hat mit dem Beginn des Zeitkriegs ein langer wirtschaftlicher Niedergang begonnen, aber die grundlegenden ökonomischen Strukturen sind erhalten geblieben. Die Magnaten und hochrangigen Autarken beginnen damit, sich selbst einen Teil des Sieges über die Temporalen zuzuschreiben. Es finden Neugründungen der alten Wirtschaftskonglomerate statt. Zwar schließen sich einige zusätzliche Planeten dem Anarchischen Bund und den Separaten Welten an, und außerdem gibt es jetzt die Konföderation der Neuen Menschen; aber die Magnaten verstehen es, ihre alte Macht zurückzugewinnen. Allerdings versuchen sie diesmal, im Hintergrund zu bleiben, tarnen ihren wahren Einfluss durch pseudodemokratische Institutionen.
Die an vielen Stellen gebrochene Raum-Zeit erschwert die Rückkehr zur Normalität. Immer wieder kommt es zu bizarren, gefährlichen Paradoxa, im Weltall ebenso wie auf Planeten. Die Reparatur des Kontinuums durch die Kantaki und begabte Neue Menschen dauert an, aber die Schäden sind so groß, dass sie sich zunächst auf die dringendsten Dinge konzentrieren müssen. Anomalien, die sich nicht sofort in die Raum-Zeit reintegrieren lassen, werden gekennzeichnet und isoliert.

4121 ca.: Der Pilot Floyd fliegt zum ersten Mal ein Kantaki-Schiff durch den Transraum.

 

Phase 7: Die neue Zeitrechnung

Seit 1 SN: Nach dem temporalen Chaos und der Beseitigung der größten Raum-Zeit-Anomalien einigen sich die Menschenwelten auf eine neue Zeitrechnung, die mit dem Jahr 1 »Seit Neubeginn« anfängt.

Für die großen Wirtschaftskonglomerate beginnt erneut eine Phase des Wachstums; dabei gewinnen zwei immer mehr an Macht: Allianz und Konsortium. Während der ersten etwa zweihundertfünfzig Jahre nach dem Zeitkrieg bleibt die wirtschaftliche Expansion weitgehend ohne militärische Aktivität, aber dann eskalieren die alten Rivalitäten, und aus Wettbewerb wird zunehmend Konfrontation. Als besonders aggressiv erweist sich dabei das Konsortium.

109 SN: Der Planet Guraki im Desmendora-System wird besiedelt. Dort entdeckt man die ersten Ruinen der Xurr.

240 SN: Hovan Aldritt Valdorian wird geboren.

269 SN: Feydor wird auf Schanhall geboren.

274 SN: Rungard Avar Valdorian wird geboren.

276 SN: Lidia DiKastro wird geboren.

301 SN: Lidia besucht die Sakrale Pagode der Kantaki in Bellavista auf Tintiran, um ihre Gabe prüfen zu lassen.

303 SN: Hannibal Petricks, Vorsitzender der Aidon-Werften, ist Primus inter Pares des Konsortiums.

307 SN: Rungard Avar Valdorian nimmt immer mehr Einfluss auf die Geschicke der Valdorian-Unternehmensgruppe. Die Übernahme einiger anderer Unternehmen geht auf ihn zurück.

310 SN: Hovan Aldritt Valdorian wird zum Primus inter Pares des Konsortiums.

314 SN: Auf Orinja im Takhal-System entstehen die ersten Minenstädte.

315 SN: Hovan Aldritt Valdorian kommt durch einen Unfall ums Leben.

324 SN: Der denebianische Philosoph Hovan stirbt.

324 SN: Kerberos im Hades-System wird besiedelt.

324 SN: Jonathan Fentur wird geboren.

342 SN: Madeleine Kinta wird geboren.

357 SN: Cordoban wird geboren.

369 SN: Rungard Avar Valdorian heiratet Madeleine Kinta

372 SN: Benjamin Valdorian wird geboren.

380 SN: Rion Valdorian wird geboren.

390 SN: Valdorian führt erfolgreiche Verhandlungen mit dem Arkanado-Kartell und gliedert es in das Konsortium ein, das dadurch zur stärksten Wirtschaftsmacht im von Menschen besiedelten All wird.

394 SN: Valdorian plant eine ökonomische Offensive gegen die Welten des so genannten Bundes der neuen Freiheit.

395 SN: Hendriks, Cordobans Vorgänger, fällt einem Anschlag zum Opfer.

395 SN: Cordoban wird neuer Chefstratege des Konsortiums.

398 SN: Die Ehe von Rungard Avar Valdorian und Madeleine Kinta wird geschieden.

401 SN: Eine enge Zusammenarbeit zwischen New Human Design und der Valdorian-Unternehmensgruppe entsteht. Cordoban plant die Arsenalplaneten.

414 SN: Jonathan Fenturs Frau stirbt.

419 SN: Cordoban trifft mit den Plänen für das Projekt Doppel-M auf Kerberos ein. Die Arbeit am Metamorph beginnt.

420 SN: Eine Einsatzgruppe des Konsortiums vernichtet den Planetoiden Dandari im Hartman-Sektor. Dabei kommen Enbert Dokkars Frau und zwei seiner Söhne ums Lebens.

421 SN: Es kommt zum direkten Konflikt zwischen der Allianz und dem Konsortium. Valdorian sieht seinen Tod nahe und macht sich auf die Suche nach Lidia.

421 SN: Auf Kerberos wird der Metamorph aktiv.

421 SN: Der Omnivorsplitter verlässt Kerberos und befreit die Temporalen aus dem Null. Der Zweite Zeitkrieg beginnt.

 

 

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