Termine

Appointment

In den kommenden Monaten werde ich an mindestens drei interessanten Veranstaltungen teilnehmen, eine gute Gelegenheit für all diejenigen unter Ihnen/euch, die mir persönlich begegnen, ein paar Worte mit mir wechseln und Bücher signiert haben möchten.

Am 13. August (Samstag) bin ich in Oldenburg, beim »MediKon One« http://www.medi-kon-one.de/, veranstaltet vom Science Fiction Club Deutschland – dort nehme ich den Deutschen Science Fiction Preis 2016 für den besten Roman (»Das Schiff«) entgegen.

Einen Monat später bin ich in Leipzig, wo vom 16. bis 18. September der 13. Elstercon http://www.fksfl.de/page99/page100/index.html stattfindet. Bei dieser Gelegenheit nehme ich den Kurd Laßwitz Preis 2016 für den besten Roman (»Das Schiff«) entgegen.

Wiederum zwei Wochen später, 30. September bis 2. Oktober, bin ich in Wien, als einer der Ehrengäste des Austria Con 2016 http://www.frostrubin.com/cons/ac16/, was mir Gelegenheit gibt, meinen am 4. Oktober erscheinenden neuen Roman »Omni« (Piper Verlag) vorzustellen.

 

„Das Schiff“ und Literaturpreise – aktualisiert

 

Nominierungen für Literaturpreise

Erst wurde das »Das Schiff«, erschienen Oktober 2015 bei Piper, als bester fantastischer Roman für den Seraph 2016 nominiert und dann als bester Science-Fiction-Roman für den Kurd-Laßwitz-Preis 2016. Inzwischen folgte auch die Nominierung als bester Roman für den Deutschen Science Fiction Preis 2016 (DSFP).

Hinzu kommt eine Nominierung für den Skoutz-Award 2016, der in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben wird. In diesem Zusammenhang gibt es auch ein kurzes Interview.

Das freut mich natürlich sehr. Mein Glückwunsch für alle Kollegen, die ebenfalls nominiert worden sind.

Aktualisierung am 17.05.2016: Inzwischen hat „Das Schiff“ den Deutschen Science Fiction Preis (DSFP) 2016 als bester Roman gewonnen. Das freut mich natürlich sehr! 🙂

Aktualisierung am 09.06.2016: „Das Schiff“ hat auch den Kurd-Laßwitz-Preis 2016 als bester Roman gewonnen! (KLP 2016) Zwei wichtige Literaturpreise – doppelte Freude für mich. 🙂

 

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Ein Interview

 

Interview

 

 

Die auf Science Fiction spezialisierte Webseite sf-lit.de hat ein Interview mit mir geführt, in dem es auch um den Deutschen Science Fiction Preis 2016 geht, den „Das Schiff“ als bester Roman gewonnen hat. Ich gebe den Text des Interviews hier wieder. Wer es sich
auf der Webseite von „sf-lit.de“ ansehen möchte, findet es hier.

 


sf-Lit.de:

Hallo Herr Brandhorst. Zunächst einmal aus ganz aktuellem Anlass: Ihr letzter Roman „Das Schiff“ hat gerade den Deutschen Science Fiction Preis gewonnen; nach 2013 für „Das Artefakt“ ist das bereits Ihr zweiter DSFP-„Titel“. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Was bedeutet eine solche Auszeichnung in erster Linie für Sie? Bestätigung? Ansporn? Nettes Andenken? Willkommenes Marketing?

Andreas Brandhorst:
Ich nehme solche Preise vor allem als Anerkennung, und vielleicht sind sie auch Bestätigung. Ansporn? Nein, eigentlich nicht. Der Wille, gute Romane zu schreiben, ist immer da, ob meine Arbeit ausgezeichnet wird oder nicht. Ich versuche immer, das Maximum zu leisten, ein möglichst lebendiges Bild von meinen Figuren zu zeichnen und die Dinge, die mir am Herzen liegen, möglichst gut im jeweils aktuellen Roman zu verarbeiten.

sf-Lit.de:
Sie sind ja nun als Romanautor bekannt und – siehe oben – sehr erfolgreich. Aber bereits 1983 haben Sie mit der Kurzgeschichte „Die Planktonfischer“ den Kurd-Laßwitz-Preis gewonnen. Wie viele Kurzgeschichten wurden von Ihnen insgesamt eigentlich veröffentlicht? Und haben Sie in den letzten Jahren überhaupt noch welche geschrieben?

Andreas Brandhorst:
Ich habe insgesamt 25 Kurzgeschichten geschrieben, und davon sind 21 erschienen. Vier (drei kurze und eine etwas längere) sind nie veröffentlicht worden, weil das damalige Projekt, eine Anthologie, nicht verwirklicht wurde. Wir reden hier von Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre. Seitdem sind rund 35 Jahre vergangen, und in dieser Zeit habe ich keine Kurzgeschichten mehr geschrieben. Längere Texte sind mir lieber.

sf-Lit.de:
Hat die Kurzgeschichte als Literaturform in der Science Fiction insgesamt an Bedeutung verloren? Oder vielleicht nur in Deutschland?

Andreas Brandhorst:
Science Fiction-Kurzgeschichten gibt es in Deutschland praktisch nur noch bei Kleinverlagen, in sehr überschaubaren Auflagen. Sie sind gewissermaßen ein Nischenprodukt innerhalb eines Nischenprodukts, von einigen Ausnahmen wie zum Beispiel SF-Geschichten im Computermagazin c’t abgesehen. SF-Anthologien verkaufen sich nicht, und deshalb werden auch keine mehr von den Großverlagen publiziert. In anderen Ländern sieht die Sache etwas anders aus, aber im Großen und Ganzen gilt: Der Leser möchte epische Geschichten, in die er für längere Zeit eintauchen kann. Deshalb gibt es so viele mehrbändige Zyklen.

sf-Lit.de:
2003 haben Sie nach langjähriger Abstinenz wieder mit dem Schreiben begonnen und mit „Diamant“ nach rund fünfzehn Jahren Ihren ersten Roman veröffentlicht. Gab es dafür eine Art Initialzündung? Warum wollten Sie wieder Romane schreiben?

Andreas Brandhorst:
Ich wollte wieder Romane schreiben, weil ich mich immer in erster Linie als Autor gesehen habe, nicht als Übersetzer. Mit „Diamant“ habe ich am 1.1.2003 begonnen, das Datum war Programm: Ab diesem Tag sollte mein berufliches Leben in anderen Bahnen verlaufen, und das hat es getan.

sf-Lit.de:
Ein häufig wiederkehrendes Motiv in Ihren Büchern ist die Frage nach einem verlängerten oder gar ewigen Leben. Woher rührt Ihre besondere Faszination für diese Thematik?

Andreas Brandhorst:
Ich denke jeden Tag darüber nach, seit vielen Jahren, und je älter ich werde, desto tiefer werden diese Gedanken. Es ist die Beschäftigung mit der eigenen Sterblichkeit, mit der – bisher noch! – Unvermeidlichkeit des Todes, mit dem Verlust all dessen, was man sich ein Leben lang erarbeitet hat. Ich denke, dass wir eine der letzten Generationen von Menschen sind, die sterben müssen. Unsterblichkeit ist biologisch möglich, und die Wissenschaft wird uns früher oder später die notwendigen Werkzeuge geben, um dieses Ziel zu erreichen. Man stelle sich die Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft vor! Und was geschieht mit dem Individuum, wenn es beliebig viel Zeit zur Verfügung hat, um alle Pläne zu verwirklichen, um immer wieder „ein neues Leben“ zu beginnen? In „Das Schiff“ ist Unsterblichkeit ein zentrales Thema, wie zuvor auch in „Kinder der Ewigkeit“, und ich bin noch längst nicht mit diesem Thema durch. Ich werde erneut darauf zurückkommen, da bin ich sicher.

sf-Lit.de:
Auf „sf-Lit.de“ existiert eine (natürlich sehr subjektive) Aufstellung der „Deutschsprachigen SF-Romane, die gelesen werden sollten“ und es war klar, dass auch ein zentrales Werk von Ihnen auf diese Liste gehört. Die Wahl fiel auf „Diamant“, da dieser Roman (wiederum sehr subjektiv betrachtet) als DAS zentrale bzw. repräsentative SF-Werk des Andreas Brandhorst angesehen werden kann. Würden Sie dieser These zustimmen? Hätten Sie einen anderen Favoriten? Oder wiegen für Sie persönlich, rückblickend betrachtet, alle Ihre bisherigen Romane gleich schwer?

Andreas Brandhorst:
Für mich haben alle meine Romane den gleichen Stellenwert. Keiner steht über oder unter einem anderen, mit einer kleinen Ausnahme: „Die Stadt“ hat eine ganz besondere Bedeutung für mich. „Diamant“ kommt vielleicht deshalb eine besondere Bedeutung zu, da es der erste Roman nach meiner langjährigen Tätigkeit als Fast-nur-Übersetzer war.

sf-Lit.de:
Welche Science Fiction – Autoren lesen Sie selbst besonders gerne?

Andreas Brandhorst:
Zum Beispiel Dan Simmons, Iain Banks, Robert Charles Wilson, Stephen Baxter und Alastair Reynolds. „Hyperion“ von Dan Simmons und „Dune“ von Frank Herbert sind meine absoluten SF-Lieblingsromane.

sf-Lit.de:
Und wie sieht es außerhalb des SF-Genres aus? Haben Sie bestimmte Lieblingsautoren, von denen Sie sich neu erschienene Bücher sofort zulegen?

Andreas Brandhorst:
Seit einigen Jahren lese ich weniger SF und mehr Belletristik. Zu meinen Lieblingsautoren zählen Margaret Mazzantini, deren Sprache ich liebe, Marie-Sabine Roger (wie viel Menschlichkeit in ihren Romanen), John Williams (dessen Roman „Stoner“ zusammen mit Mazzantinis „Venuto al mondo“, dt. „Das schönste Wort der Welt“, den ersten Platz auf meiner Bestenliste belegt), Reif Larsen (sein Roman „Die Karte meiner Träume“ ist eine Offenbarung), Carla Guelfenbein (zum Beispiel ihr unter die Haut gehender Roman „Der Rest ist Schweigen“) und nicht zu vergessen Nina George, deren „Lavendelzimmer“ mich zutiefst beeindruckt hat. Außerdem lese ich viele Sachbücher.

sf-Lit.de:
Wie sehen die kommenden Projekte aus? In Ihrem nächsten Roman „Omni“, der im Herbst erscheinen wird, soll ja ein ganz neues Universum geschaffen werden, das auch den Rahmen für den darauf folgenden Roman bildet. Sind noch weitere Werke im „Omniversum“ in Planung? Wird es eine zusammenhängende Reihe werden oder voneinander unabhängige Geschichten, die sich lediglich dasselbe Universum teilen?

Andreas Brandhorst:
Ja, mit „Omni“ (Oktober 2016 bei Piper) kreiere ich ein neues Universum, das auch Bühne für weitere Romane sein soll. Der zweite Roman mit dem „Omniversum“ als Hintergrund wird „Das Arkonadia-Rätsel“ sein und erscheint im Frühjahr 2017. Weitere Romane werden folgen, sind derzeit aber noch nicht konkret geplant. Nach „Das Arkonadia-Rätsel“ werde ich einen Belletristik-Roman schreiben, der im Herbst 2017 erscheinen wird, pünktlich zur Buchmesse, und anschließend kommt wieder ein SF-Roman, mit dem ich vielleicht, darüber denke ich derzeit nach, ins Kantaki-Universum zurückkehre.

Die im „Omniversum“ angesiedelten Romane werden alle unabhängig sein, vergleichbar mit den Kultur-Romanen von Iain Banks, aber sie werden zusammen eine große Geschichte ergeben, ein großes Bild.

sf-Lit.de:
Das klingt ja schon nach überaus weitreichenden und vielfältigen Planungen. Vom „König der Space Opera“ wird demnächst also unter anderem auch ein „genrefremder“ Roman erscheinen?

Andreas Brandhorst:
Der Belletristik-Roman, mit dem ich in den nächsten Wochen beginnen werde und der im Herbst 2017 erscheinen soll, ist alles andere als eine Space Opera. Worum es geht, kann ich noch nicht verraten, nur so viel: Es geht um ein Thema, das auch Freunde der fantastischen Literatur und insbesondere der Science Fiction interessieren dürfte, aber eben nicht nur. Es wird ein Roman sein, der sich an ein wesentlich breiteres Publikum richtet.

sf-Lit.de:
Wir dürfen also gespannt sein.

Viel Erfolg bei allen künftigen Projekten und natürlich herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben.

Deutscher Science Fiction Preis (DSFP) 2016 für „Das Schiff“

»Das Schiff« gewinnt als bester Roman den Deutschen Science Fiction Preis 2016

 

Eine schöneSchiff Anerkennung, über die ich mich sehr freue: Zum zweiten Mal habe ich in der Kategorie „bester Roman“ den Deutschen Science Fiction Preis (DSFP) gewonnen, 2013 für „Das Artefakt“, erschienen bei Heyne, und in diesem Jahr DSFP 2016 mit „Das Schiff“, erschienen Oktober 2015 bei Piper.

 

 

 
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Kantaki-Neuigkeiten

ArndtDrechsler

 

 

 

 

Die beiden Kantaki-Trilogien, die 2004 bis 2008 im Heyne Verlag unter den Titeln »Diamant«, »Der Metamorph« und »Der Zeitkrieg« (Diamant-Trilogie) sowie »Feuervögel«, »Feuerstürme« und »Feuerträume« (Graken-Trilogie) erschienen sind (Bei Heyne), werden, wie bereits berichtet, bei Piper neu aufgelegt, zunächst als E-Books, verfügbar etwa Juli/August, und im kommenden Jahr auch als Printausgaben. Die Titelbilder werden neu gestaltet, und zwar von Arndt Drechsler, dessen Arbeit ich sehr schätze. Ich bin sicher, dass seine Titelbilder echte Hingucker werden! 🙂

Das Bild dieses Beitrags stammt von Arndt Drechsler, er hat es mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Es hat nichts mit den Kantaki zu tun, aber … ich könnte mir das dargestellte Schiff fast als ein Kantaki-Schiff vorstellen.

 

 

Ein neues Leben – oder fast

 

Ein Umzug, ein Wohnortwechsel, kann wie ein Neuanfang sein. Je mehr sich die neue Umgebung von der gewohnten unterscheidet, desto stärker ist das Gefühl des Neuanfangs. Man bekommt die Chance, bestimmte Dinge im eigenen Leben zurechtzurücken, den Kurs zu korrigieren. Es ist eine gute Gelegenheit, über die nächste Phase nachzudenken, den nächsten »Lebensabschnitt«.

UmzugFür mich ist dieser Mai 2016 der letzte Monat in Bünde, NRW. Am 1. Juni ziehe ich nach Nordhorn in Niedersachsen um, an der holländischen Grenze. Eine schöne Stadt erwartet mich, sehr angenehm, sehr gemütlich. Darf ich auch mit einem »neuen Leben« rechnen, oder einem neuen Lebensabschnitt? Der Unterschied sollte so groß eigentlich nicht sein, aber ich habe ihn deutlich gefühlt, als ich mir Nordhorn angesehen habe. Natürlich erwarten mich keine so großen Unterschiede wie 1984, als ich nach Italien umgezogen bin, und 2013, bei meiner Rückkehr nach Deutschland. Aber es gibt viele kleine Details, die anders sind, die nicht den bisherigen Gewohnheiten entsprechen und sich addieren. Hinzu kommt, dass ich neue Menschen kennenlernen werde, was immer eine Bereicherung ist. Dadurch ändert sich die eigene Perspektive; man bekommt einen neuen Blick auf die Dinge. So etwas kann sehr erfrischend sein, gerade für einen Autor: frischer Wind für Fantasie und Kreativität.

Meine bisherigen Umzüge haben immer zu einem Kreativitätsschub geführt, was mich diesmal besonders zuversichtlich stimmt, denn wenige UmzugTragenWochen im Anschluss an den Umzug nach Nordhorn werde ich mit einem neuen Roman beginnen, der eine besondere Herausforderung für mich darstellt. Es wird ein Belletristik-Roman sein, mit einem geplanten Umfang von ca. 800 Manuskriptseiten, vorgesehener Erscheinungstermin Herbst 2017. Mit den Recherchen habe ich vor zwei Monaten begonnen, das Basisgerüst des Romans existiert bereits, ebenso die Figuren- und Kapitelübersicht: Ich weiß genau, wo die Reise beginnt und wohin sie führt; ich kenne auch die Zwischenstationen. Die Reise antreten werde ich im Juli, in Nordhorn, und ich hoffe, dass ich dann auf einen erneuerten Vorrat an Kreativität zurückgreifen kann.

 

 

 

 

»Omni«: Titelbild und Geschichte

Hier sind Titelbild und offizieller Vorstellungstext für »Omni« (Oktober 2016, Piper Verlag):

Aurelius, vor zehntausend Jahren auf der legendären Erde geboren, ist einer von nur sechs Menschen, die Zugang zu Omni haben, einem Zusammenschluss von Superzivilisationen, der die Macht über die Milchstraße innehat. Nun erhält Aurelius seinen letzten Auftrag: Er soll verhindern, dass ein rätselhaftes Artefakt an Bord des im Hyperraum gestrandeten Raumschiffs Kuritania in falsche Hände gerät. Eine einflussreiche Schattenorganisation ist dem Wrack bereits auf der Spur. Der Agent Forrester und seine Tochter Zinnober sollen den Fund bergen und Aurelius entführen – denn mit seiner Hilfe könnte das Artefakt wieder aktiviert werden. Doch die Mission gerät außer Kontrolle – und Aurelius, Forrester und Zinnober finden sich in einem undurchsichtigen Spiel wieder, das die Zukunft der ganzen Menschheit bedroht …

Mehr zu »Omni«, zum »Omniversum« und zum Hintergrund der Geschichte bald hier auf meiner Webseite. Stay tuned!

Omni in der Programmvorschau von Piper Herbst 2016

 

TitelbildOmni1

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Noch mehr zu „Omni“ finden Sie hier: Worum geht es in „Omni“?
 

»Omni« oder: Seine Lieblinge töten

Wie steht’s mit »Omni«?

Oder: Seine Lieblinge töten

Mein nächster großer Science-Fiction-Roman heißt »Omni« und erscheint am 4. Oktober 2016 bei Piper. Er ist fertig geschrieben, fertig überarbeitet, fertig lektoriert, korrigiert und redigiert. Die Durchsicht der korrigierten, redigierten Version hat mir noch einmal vor Augen geführt: Ganz gleich, wie sorgfältig man arbeitet, ganz gleich, wie viel Zeit man sich beim Schreiben und später auch bei der Überarbeitung nimmt – Fehler lassen sich einfach nicht ganz ausmerzen. Mit anderen Worten: Lektorat und Korrektur sind absolut unverzichtbar. Außerdem hat mir der Redakteur noch einmal gezeigt, dass es nicht umsonst heißt: »Kill your darlings«. Einige Stellen, die mir besonders am Herzen lagen, wurden gnadenlos gestrichen. Ich hätte bei der letzten Durchsicht diese Änderungen rückgängig machen können (später, wenn ich mir die Fahnen ansehe, habe ich ein letztes Mal Gelegenheit dazu), aber ich muss gestehen: Der Redakteur hatte recht. Manchmal verbergen sich Schwächen im Text genau dort, wo man sie am wenigsten erwartet.

»Omni« wird ein großes galaktisches Abenteuer. In den nächsten Tagen und Wochen gibt es mehr Infos, das komplette Titelbild, eine Vorschau auf die Chronologie des Omniversums und noch viel mehr. Stay tuned!

 

Kindheitszauber und die Magie eines Buches

Der Zauber der Kindheit und eines Buches

Noch heute erinnere ich mich gern und mit einer gehörigen Portion Nostalgie an ein Buch, dass ich in meiner Kindheit gelesen habe. Ich kann damals kaum älter als acht oder neun Jahre gewesen sein, und vielleicht war es das erste Buch überhaupt, das ich gelesen habe, sicher aber eins der ersten. Es ging darin um eine Schildkröte, die ein Junge des Nachts unter seinem Bett hatte und ihm Geschichten in Form von Träumen erzählt. Damals war ich sehr fasziniert von dem Buch, und ich weiß noch, wie sehr ich mir eine solche Schildkröte gewünscht habe – die in dem Buch, wenn ich mich richtig erinnere, zum Schluss starb. Bis vor wenigen Tagen wusste ich nicht mehr, wie das Buch hieß und von wem es stammte.

Schildkröte1

Bis zu einem Kommentar von Sylvia Schröder hier auf meiner Webseite. Sie nannte mir den Titel: »Was die Schildkröte erzählte«. Eine Recherche per Internet ergab schnell den Namen der Autorin: Maria Kahle (1891-1975). Anschließend musste ich feststellen, dass die Autorin des Buches, das mich in meiner Kindheit so tief beeindruckte, eine nationalsozialistische Vergangenheit hat. 1941 erklärte sie sich zusammen mit anderen regionalen Autoren in einem »Kriegsbekenntnis westfälischer Dichter« zu »Soldaten des Wortes«. Das wusste der Knabe namens Andreas Brandhorst natürlich nicht, als er die Geschichten las, die die Schildkröte einem anderen Jungen erzählte. Es ist der Zauber der Kindheit, eine Phase der Unschuld, aus der wir schließlich alle herauszuwachsen und zu der wir nie zurückkehren können.

Inzwischen lese ich das Buch erneut, mit einem Abstand von 50 Jahren, und dabei erwachen alte Erinnerungen. Ich erkenne ihn wieder, den Zauber der Kindheit, die Unschuld, mit der ich »Was die Schildkröte erzählte« damals genossen habe, und als reifer Erwachsener weiß ich, dass etwas Kostbares verloren ging. So ist das Leben. Man verliert etwas, und dafür gewinnt man etwas anderes hinzu, in diesem Fall die Fähigkeit, die Dinge aus einem kritischen Blickwinkel zu sehen.